Skip to content

Wie kann ich mit inneren Konflikten im Alltag besser umgehen?

Wie kann ich mit inneren Konflikten im Alltag besser umgehen?

Wir müssen täglich unterschiedliche Entscheidungen treffen – große, aber auch viele kleine. Um die kleinen soll es im folgenden Artikel gehen, denn oft machen uns gerade sie das Leben regelmäßig schwer und stürzen und in einen Konflikt mit uns selbst. Dann gilt es abzuwägen, ob man auf den Bauch oder Kopf hören soll, auf die Stimme des Engelchens oder des Teufelchens oder anders gesagt – zuerst an sich denkt oder an andere.

Doch wie kann man bei einem inneren Konflikt zu einer wirklich guten Lösung gelangen, mit der alle Beteiligten und insbesondere wir selbst zufrieden sind? Einen hilfreichen Tipp hierzu gibt es am Ende des Artikels.

Solche Situationen können einen inneren Konflikt auslösen

Vielleicht kennst du selbst eine ähnliche Situation wie diese: Du hast dir ganz fest vorgenommen, eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Hoch konzentriert und absolut fokussiert machst du dich an die Arbeit und dann wirst du einfach unterbrochen. Deine Freundin braucht dringend einen Rat, ein Freund deine Hilfe oder ein Familienmitglied deinen Beistand. Wie sollst du jetzt reagieren? Alles stehen und liegen lassen und den Wünschen und Aufforderungen deiner Lieben nachkommen oder ziehst du erst einmal stur dein Ding durch und kümmerst dich um das, was du tun wolltest? Schon bist du im Zwiespalt. Einerseits möchtest du dich deiner Aufgabe widmen und sie in Ruhe erledigen. Schließlich hast du dich innerlich schon darauf eingestellt, fertig zu werden. Andererseits möchtest du auch niemanden vor den Kopf stoßen. Die anderen sind auch zur Stelle, wenn du sie einmal brauchst und vielleicht reizt es dich ja doch ein wenig, dich ablenken zu lassen, weil deine Aufgabe dir keinen richtigen Spaß macht. Deine Gedanken springen hin und her und du weißt nicht so recht, was du tun sollst. Denn egal, wie du dich entschiedest, am Ende wirst du nicht richtig zufrieden mit deiner Wahl sein. Brichst du jetzt dein Vorhaben ab, ärgerst du dich später, dass deine Arbeit liegen geblieben ist. Schickst du die Person, die ein Anliegen an dich hat, einfach weg, wirst du vermutlich ein schlechtes Gewissen haben, weil du nur an dich gedacht hast.

Darum ist es so schwer, einen inneren Konflikt aufzulösen

Wie schon erwähnt, scheint es keine optimale Lösung zu geben, um einen inneren Konflikt zufriedenstellend aufzulösen. Im Grunde geht es darum, eine Entscheidung zu treffen, die entweder in deinem Sinne oder im Sinne eines anderen ist. Hinzu kommt, dass du die jeweilige Situation wahrscheinlich immer unter ganz unterschiedlichen Aspekten betrachtest, was das Ganze nicht einfacher macht.

Um beim obigen Beispiel mit der Aufgabe und der Unterbrechung durch eine andere Person zu bleiben, spielen verschiedene Gesichtspunkte eine Rolle:

  • Handelt es sich um eine Freundin, die selbst immer für dich da ist?
  • Würde dein Freund im umgekehrten Fall seine Arbeit einfach für dich unterbrechen?
  • Wie dringend ist das Problem deines Familienmitglieds und kann es nicht vielleicht noch warten?
  • Hast du wirklich Lust auf deine Aufgabe oder würdest du sie viel lieber verschieben?
  • Musst du deine Aufgabe unbedingt jetzt erledigen oder hat das nicht noch Zeit?
  • Bist du sonst in erster Linie immer für andere da oder nimmst du dir das Recht heraus, auch einmal nur an dich zu denken?
  • Hast du in der Vergangenheit schon viel zu oft deine Bedürfnisse hinten angestellt?
  • Wusste der Störenfried überhaupt, dass du heute keine Zeit haben würdest?

Du startest also eine innere Diskussion und wägst die unterschiedlichen Erwartungen, die du an dich und an dein Gegenüber hast, gegeneinander ab.

So kannst du leichter mit inneren Konflikten umgehen

Anstatt innerlich mit dir zu ringen, kann es dir helfen, deinen inneren Konflikt vor der Person, die ihn ausgelöst hat, offen auszusprechen. Du kannst deinem Freund beispielsweise sagen, dass du ihm gerne helfen würdest und dass du gerne deine Aufgabe zu Ende bringen möchtest. Auf diese Weise fällt es dir vielleicht leichter, eine gute Lösung zu finden. Die könnte beispielsweise so aussehen, dass du zuerst deine Aufgabe erledigst und danach deinem Freund hilfst. Möglicherweise wird dein Freund dir aber auch sagen, dass seine Bitte noch etwas warten kann und dass du ihm gerne morgen behilflich sein kannst oder aber, dass sein Anliegen nur ein paar Minuten deiner Zeit beansprucht und er dich danach ganz sicher nicht mehr stören wird.

Fazit: Kehre deinen inneren Konflikt nach außen

Innere Konflikte belasten uns deshalb so stark, weil wir in der Regel versuchen, sie ganz allein mit uns selbst auszutragen. Dabei fahren unsere Gedanken Karussell und es ist schwer, sie zu ordnen und nach Wichtigkeit zu sortieren. Die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen und damit unangenehme Konsequenzen für uns selbst oder auch für andere herbeizuführen, macht es uns noch schwerer, eine gute Lösung zu finden. Indem wir unsere Gedanken offen aussprechen, verdeutlichen wir uns, was uns wirklich wichtig ist. Das Alleine kann uns schon helfen, einen Konflikt aufzulösen. Wenn wir darüber hinaus auch andere an unseren Gedanken teilhaben lassen, erhalten wir oft Lösungsvorschläge von außen, auf die wir selbst gar nicht gekommen wären, weil unser innerer Konflikt für Chaos in unserem Kopf gesorgt hat. Und mehr noch: Indem wir uns öffnen, wird uns oft erst bewusst, dass die Erwartungen unseres Gegenübers an uns eventuell gar nicht so hoch sind, wie wir es uns ausgemalt haben oder ganz anders ausfallen, als wir dachten.

Manchmal ist aber auch der erste Impuls, den wir verspüren, der richtige. Wenn du also genervt bist, wenn dich jemand bei einer wichtigen Aufgabe unterbricht und du unter allen Umständen erst einmal deine Arbeit zu Ende bringen möchtest, dann bitte den Störenfried, sich ein wenig zu gedulden. Solltest du hingegen das Anliegen deiner Freundin, deines Freundes oder einer anderen Person, die dir am Herzen liegt, als wichtiger befinden als dein eigenes Vorhaben und ihm oder ihr unbedingt sofort helfen wollen, dann tu es. Der Ärger darüber, dass du deine Bedürfnisse hinten angestellt hast, wird in diesem Fall vermutlich nicht so groß sein, wie es in diesem Moment dein schlechtes Gewissen wäre, wenn du die Bitte dieser Person abgeschlagen hättest.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on reddit
Reddit
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email