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Wie fehlende Eifersucht eine Beziehung gefährdet

Wie fehlende Eifersucht eine Beziehung gefährdet

Wer schon einmal in einer Beziehung mit einem stark eifersüchtigen Partner oder einer extrem eifersüchtigen Partnerin war weiß, dass Eifersucht zerstörerisch sein kann. Kontrollzwang, Besitzansprüche, unberechtigte Anschuldigungen und peinliche Szenen und Wutausbrüche zwingen früher oder später jede Partnerschaft in die Knie und hinterlassen Enttäuschung und gebrochene Herzen. Eifersucht hat einen schlechten Ruf. Eifersüchtigen Menschen wird nachgesagt, dass sie dominant, unsicher, beziehungsunfähig oder eine Mischung aus all dem sind. Dann hat man doch lieber einen Mann oder eine Frau an seiner Seite, der oder die einem blind vertraut und selbstbewusst genug ist, um nicht in die Eifersuchtsfalle zu tappen. Nur kann eben auch dieses andere Extrem – das komplette Fehlen jeglichen Gefühls der Eifersucht – eine Beziehung belasten.

Welche Stufen der Eifersucht es gibt, wieso fehlende Eifersucht einer Partnerschaft schaden kann und warum ein gesundes Maß einer Beziehung guttut, erfährst du hier bei uns.

Die drei Stufen der Eifersucht

Eifersucht lässt sich nicht grundsätzlich kategorisieren und wird – wenn überhaupt – von jedem Menschen in unterschiedlicher Intensität empfunden. Auch die jeweiligen Gründe für das Empfinden von Eifersucht können sehr unterschiedlich sein. Oft reichen diese von schlechten Erfahrungen in früheren Beziehungen über einen Mangel an Selbstbewusstsein bis hin zu erlernten Mustern oder einem angeborenen Misstrauen anderen Menschen gegenüber. Dennoch kann Eifersucht grob in drei Stufen aufgeteilt werden:

Leichte Eifersucht

Die leichte Form der Eifersucht ist das, was im Allgemeinen ganz gerne als normales Maß bezeichnet wird. Erzählt der eigene Partner viel und häufig von der neuen Bürokraft, die immer ganz entzückend gekleidet ist, alle Aufgaben mit Bravour meistert und obendrein charmant und witzig ist, kann man als Frau schon mal einen leichten Anflug von Eifersucht verspüren. Und wenn die Freundin sich auf einer Party beim Tanzen plötzlich in den kraftvollen Armen eines anderen wiederfindet, ist man als Mann auch nicht unbedingt gefeit davor, eifersüchtig zu werden.

Mittelstarke Eifersucht

Bei der mittelstarken Eifersucht handelt es sich bereits um eine etwas bedenklichere Form. Sie tritt häufig ohne unmittelbar ersichtlichen Grund auf und verleitet den Betroffenen dazu, den Partner mit bohrenden Fragen zu konfrontieren, ihm Dinge zu unterstellen und an seiner Liebe zu zweifeln. Ein einfühlsamer Partner kann mit dieser Art der Eifersucht zurechtkommen, wenn er sehr geduldig darauf reagiert und immer bereitwillig Rede und Antwort steht.

Starke Eifersucht

Starke Eifersucht tritt immer dann auf, wenn einer der beiden Partner dem anderen keinerlei Vertrauen entgegenbringen kann und versucht, ihn mit aller Macht an sich zu binden. Sie geht mit Forderungen einher, Kontakte zu potenziellen Konkurrenten zu unterlassen und mündet in heftigen Vorwürfen und Beschuldigungen. Eine Beziehung mit einem derart stark eifersüchtigen Menschen wird als Last und als nahezu unerträglich empfunden.

Fehlende Eifersucht als Alarmzeichen

So angenehm es auch sein kann, wenn man einen Partner hat, der in keiner Situation und zu keinem Zeitpunkt eifersüchtig zu sein scheint, so alarmierend ist diese Tatsache möglicherweise auch. Denn die Frage, ob man dem anderen wirklich wichtig ist und ob er genauso an der Beziehung hängt wie man selber, wird sich womöglich früher oder später im eigenen Kopf festsetzen. Wenn man ganz offensichtlich mit einer dritten Person flirtet und dennoch keine Spur von Eifersucht bei seiner Liebsten oder dem eigenen Freund entdecken kann, so kann das tatsächlich ein Hinweis darauf sein, dass ihr oder sein Interesse an einem nicht mehr ganz so stark ist. Denn so groß das gegenseitige Vertrauen auch sein mag, wenn man glücklich miteinander ist, so möchte man sich diesen Zustand auf jeden Fall bewahren und seinen Partner nicht an jemand anderen verlieren. Und selbst, wenn man überzeugt davon ist, dass man der oder die einzige im Leben seiner besseren Hälfte ist, kann dennoch früher oder später jemand vorbeikommen, der alles infrage stellt und ganz neue Emotionen wachruft. Auch wenn man bei sich selber feststellt, dass man mit Blick auf den eigenen Partner nie Eifersucht empfindet, sollte man seine Gefühle einmal hinterfragen. Ist die Beziehung vielleicht zur Gewohnheit geworden? Ist die Liebe überhaupt noch vorhanden oder ist man einfach so sicher, dass der andere einen nie verlassen würde? Das könnte darauf hinweisen, dass man den Partner nicht mehr für attraktiv genug hält, als dass er jemand anderem gefallen könnte. Wenn man aber sicher ist, dass trotz fehlender Eifersucht alles in bester Ordnung ist, sollte man darauf achten, dem Partner oft genug zu zeigen, dass man ihn liebt und schätzt. Dafür gibt es natürlich viel schönere und bessere Mittel als Eifersucht.

Ein gesundes Maß an Eifersucht tut der Beziehung gut

Ein wenig Eifersucht kann die Beziehung beleben und dem anderen demonstrieren, dass man mit ihm zusammenbleiben möchte. Dabei ist es wichtig, nicht in unbegründete Zweifel abzudriften, denn Vertrauen ist die Basis einer gut funktionierenden Beziehung. Ein offener Umgang mit den eigenen Gefühlen und ehrliche Gespräche helfen beiden, den anderen besser zu verstehen und ihm mögliche Ängste zu nehmen. Natürlich kann niemand sich aussuchen, ob und wie stark er eifersüchtig sein will. Aber jeder hat die Chance, sein eigenes Verhalten zu reflektieren, Gründe, die zur Eifersucht führen, zu hinterfragen und an den eigenen Problemen zu arbeiten oder sich dabei Hilfe zu holen. Wichtig ist, nicht nur seine eigenen Empfindungen im Fokus zu haben, sondern sich auch zu fragen, ob man mit seiner Eifersucht dem Partner schadet und ihn vielleicht früher oder später vertreiben wird, anstatt ihn wie erhofft stärker an sich zu binden. Denn ein wenig Eifersucht kann durchaus schmeichelhaft sein, übertriebene hingegen wirkt zerstörerisch und hat nichts mit Liebe zu tun.

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