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Wenn eine Schwangerschaft zur Belastungsprobe für die Beziehung wird

Wenn eine Schwangerschaft zur Belastungsprobe für die Beziehung wird

Sich auf das gemeinsame Baby zu freuen und Pläne für die bevorstehende Zukunft als Familie zu schmieden, schweißt viele Paare noch stärker zusammen. Doch selbst wenn es sich um ein geplantes und von beiden Partnern langersehntes Wunschkind handelt, kann es aber passieren, dass eine Schwangerschaft zur Belastungsprobe für die Beziehung wird. Denn sie bringt nicht selten Zweifel, Unsicherheiten und Veränderungen mit sich, die die werdenden Eltern vollkommen unverhofft überwältigen und manchmal auch überfordern.

Welche das sind und wie ihr mit diesen Herausforderungen umgehen solltet, damit ihr als Paar gut durch die Zeit der Schwangerschaft kommt, könnt ihr hier lesen:

Die Angst vor der Verantwortung für das Kind

Wenn man sich ein Kind wünscht, ist man sich in der Regel darüber bewusst, dass man bereit dazu sein muss, für viele Jahre die Verantwortung für einen anderen Menschen zu übernehmen. Im besten Fall hat man eine realistische Vorstellung davon, wie umfassend diese Verantwortung sein wird. Man muss bereit dazu sein, nicht nur die Grundbedürfnisse des Kindes zu decken, es zu finanzieren und ihm viel Zuwendung zu schenken, damit es zu einem glücklichen und emotional stabilen Menschen heranwächst. Man muss es vor allem auch auf seinem Lebensweg begleiten und bestmöglich dabei unterstützen, selbstständig zur werden. Doch selbst wenn man sich im Vorfeld über all diese Aspekte vollkommen im Klaren ist, können während der Schwangerschaft Zweifel aufkommen, ob man dieser Verantwortung wirklich gewachsen ist. Manchmal führt diese Angst beim werdenden Vater dazu, dass er Fluchtgedanken entwickelt, die er in schwachen Momenten am liebsten umsetzen würde. Oder die werdende Mutter quält sich plötzlich mit der beängstigenden Vorstellung, dass sie von ihrem Partner verlassen werden könnte und dann alleine mit dem Kind dasteht und es ohne die Unterstützung des Vaters großziehen muss. Diese Gedanken trüben die Vorfreude auf das gemeinsame Kind und können dazu führen, dass das einstige Vertrauensverhältnis des Paares leidet.

Deshalb: Traut euch über eure Zukunftsängste zu sprechen. Sie sind nichts, wofür ihr euch schämen müsstet. Wichtig ist, dass ihr euch gegenseitig die Sicherheit gebt, dass ihr auch nach der Schwangerschaft füreinander und vor allem gemeinsam für das Kind da sein werdet. Letzteres ist natürlich auch möglich, wenn ihr zu dem Entschluss kommen solltet, dass ihr nicht mehr als Paar funktioniert.

Die Sorge über die zukünftige Rollenverteilung

Gut ist es, wenn ein Paar schon vor oder spätestens während der Schwangerschaft bespricht, wie die Betreuung des Kindes geregelt werden soll. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, zu klären, ob einer von beiden sich mehr der finanziellen Versorgung der Familie annehmen will, während der andere sich um die häuslichen Verpflichtungen kümmert oder ob es hierzu eine möglichst ausgewogene Abmachung geben soll. Was aber vielen Paaren insgeheim mehr sorgen bereitet, ist, dass sich mit dem Familienzuwachs auch ihre Liebesbeziehung verändern wird. Wo vorher zwei Menschen waren, die sich gegenseitig ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und Liebe geschenkt haben, kommt bald ein dritter kleiner Mensch hinzu, der viel von beidem einfordern wird. Wenn der frisch gebackene Vater dann plötzlich nur noch Augen für seinen kleinen Prinzen oder seine kleine Prinzessin hat oder die Mutter anfangs keine Kraft findet, sich neben dem Baby auch noch dem Partner zu widmen, kann Eifersucht die Beziehung der Eltern belasten.

Auch hier gilt: Ob während der Schwangerschaft oder danach – redet offen miteinander über eure Gefühle. Scheut euch nicht, anzudeuten, dass ihr euch von eurem Partner mehr Aufmerksamkeit wünscht. Aber seid geduldig. Oft dauert es ein wenig, bis sich das Leben zu dritt eingependelt habt. Euer Kind wird vermutlich zunächst in den Mittelpunkt eures ganzen Handelns und Denkens rücken. Vergesst trotzdem nicht, dass ihr nicht nur eine Familie seid, sondern auch immer noch ein Liebespaar.

Lust und Intimität – veränderte Bedürfnisse

Wie sich die Intimität eines Paares im Verlaufe einer Schwangerschaft verändert, lässt sich nicht vorhersagen. Manche Frauen verspüren gerade während der Schwangerschaft ein gesteigertes Lustempfinden, während andere kaum das Bedürfnis haben, mit ihrem Partner intim zu werden. Ebenso kann es sich bei Männern verhalten. Manche werdenden Väter haben angesichts des immer größer werdenden Bauches ihrer Partnerin die Sorge, ihr oder dem ungeborenen Kind versehentlich zu schaden. Viele Paare empfinden ihr Liebesleben während der Zeit der Schwangerschaft als besonders erfüllend und lernen einen ganz besonders zärtlichen und liebevollen Umgang miteinander zu schätzen. Leider gibt es aber auch Männer und Frauen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse unglücklich sind und sich vom Partner missverstanden fühlen.

Bitte sprecht daher offen über eure Empfindungen und Bedürfnisse. Es ist niemandem geholfen, wenn sich der eine für den anderen verbiegt, nur um Konflikte zu vermeiden. Selbst wenn ihr während der Zeit der Schwangerschaft grundverschieden tickt, lässt sich oft ein Mittelweg finden, mit dem beide gut leben können. Und denkt daran: Dieser Ausnahmezustand wird nicht für immer anhalten.

Gefühlschaos und Stimmungsschwankungen

Manch ein Mann hat das Gefühl, dass die Schwangerschaft seine Partnerin vollkommen verändert hat und kommt mit ihren Stimmungsschwankungen nur schwer zurecht. Hier kann an die Herren der Schöpfung nur appelliert werden, dass sie durchhalten mögen und ihre Partnerin nach Kräften unterstützen. Das Beste, was sie tun können, ist ihnen ihre wechselnden Launen nachzusehen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie für sie da sind. Die körperlichen Veränderungen, die eine Frau während der Schwangerschaft durchlebt, sowie die hormonelle Umstellung können ihr gewaltig zusetzen. Aber auch werdende Väter finden sich angesichts der neuen Situation oft im Gefühlschaos wieder.

Eine Schwangerschaft wird immer dann zu einer Belastungsprobe für eine Beziehung, wenn es den werdenden Eltern nicht gelingt, genügend Verständnis füreinander aufzubringen. Das bedeutet, dass ihr unbedingt versuchen solltet, die Gefühlslage eures Partners oder eurer Partnerin zu akzeptieren und sie ernst zu nehmen, selbst wenn ihr sie nicht immer nachvollziehen könnt. Wertet die Sorgen des anderen nicht ab, ganz gleich, ob sie euch berechtigt erscheinen oder nicht – sie sind real. Versucht immer, euch gegenseitig zu unterstützen und alle Hürden – auch wenn nur einer von euch beiden sie als solche wahrnimmt – als Paar zu meistern. Schließlich wird bald jemand zu euch stoßen, für den ihr gemeinsam sorgen müsst – und auch hier werdet ihr euch nicht immer einig darüber sein, welches der beste Weg für euch drei ist.

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