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Was es bedeutet, sich zu entlieben

Was es bedeutet, sich zu entlieben

Paare gehen aus den unterschiedlichsten Gründen auseinander. Einer von ihnen kann das Entlieben sein. Wenn ein Partner feststellt, dass er keine Liebe mehr für den anderen empfindet, hat er sich entliebt. Doch wie kann es passieren, dass die Liebe für einen Menschen einfach wieder verschwindet, wo sie doch einst so stark und unerschütterlich schien?

Liebe geht nicht über Nacht

Sich zu verlieben geschieht oft Knall auf Fall. Ein Blick, ein Wort und schon steht das eigene Herz in Flammen und man ist sich sicher, seinem Traummann oder seiner Traumfrau begegnet zu sein. Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben und eine Beziehung eingehen, wird aus der anfänglichen Verliebtheit im besten Fall Liebe. Diese ist nicht plötzlich da, sondern wächst und gedeiht mit der Zeit und mit jeder positiven Erfahrung, die das Paar miteinander macht. Ähnlich funktioniert es mit dem Entlieben. Auch das Entlieben geschieht nicht über Nacht, sondern beginnt mit einem meist schleichend einsetzenden Prozess und verläuft in mehreren Phasen. Bis zu der Erkenntnis, dass man den Menschen an seiner Seite nicht mehr liebt, kann eine ganze Weile vergehen und oft braucht es einen bestimmten Auslöser, damit man sich selbst überhaupt eingestehen kann, dass da nichts mehr ist.

Entlieben ist nicht zu verwechseln mit fehlender Verliebtheit

Dass die anfänglichen Schmetterlinge im Bauch, die zittrigen Hände und das enorme Herzklopfen beim Anblick des Partners irgendwann weniger werden und letztlich nahezu komplett verschwinden, ist ganz natürlich. An die Stelle der Verliebtheit tritt Verbundenheit, Vertrauen, Verlässlichkeit und der Wunsch, sein Leben mit dem Partner zu teilen. Aus Verliebtheit ist dann Liebe geworden und dieser Zustand sollte nicht mit dem Entlieben verwechselt werden. Man hat sich nicht entliebt, wenn die Verliebtheit verflogen ist, sondern erst dann, wenn die viel tieferen Gefühle, die auf das Verliebtsein folgen, nicht mehr da sind.

Wie erkennt man, dass man auf dem besten Weg ist, sich zu entlieben?

Menschen, die sich in einer intakten Beziehung befinden und ihren Partner von ganzem Herzen lieben, beziehen ihn in ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Pläne mit ein. Wenn man bemerkt, dass man sich immer häufiger Situationen ausmalt, in denen der eigene Partner keine Rolle spielt, kann das schon ein erstes Anzeichen für beginnendes Entlieben sein. War zum Beispiel ein Jobwechsel, der einen Umzug voraussetzt, bis vor Kurzem wegen des Partners noch undenkbar und erscheint er plötzlich doch als interessante Option, haben sich die Gefühle für den Partner möglicherweise verändert. Sollte man sich dabei ertappen, dass man manchmal darüber nachdenkt, wie das Leben als Single sein könnte oder an der Seite einer anderen, vielleicht ganz bestimmten Person, ist das Entlieben vom Partner womöglich schon ziemlich weit vorangeschritten.

Warum entlieben sich Menschen? 3 mögliche Antworten

1. Fehlendes Vertrauen

Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für das Entstehen und Bestehen der partnerschaftlichen Liebe. Wenn es erschüttert oder missbraucht wird, steht die Liebe auf wackeligen Beinen. Ein Mensch, der von seinem Partner enttäuscht und hintergangen wird, kann ihm nicht mehr vertrauen. Jemanden zu lieben, auf den man sich nicht verlassen kann und dem man es zutraut, dass er einen absichtlich belügt und somit verletzt, ist schwierig. Entlieben kann somit eine Folge von fehlendem Vertrauen sein.

2. Emotionale Entfremdung

Um die emotionale Nähe zueinander in einer Beziehung aufrechtzuerhalten, brauchen Menschen den Austausch miteinander. Das kann der Austausch auf verbaler Ebene, aber auch auf körperlicher sein. Wenn ein Paar aufgrund von Zeitmangel oder fehlendem Interesse aneinander aufhört, miteinander zu reden oder sich zu berühren, kann das zum Entlieben führen. Dabei entliebt sich in der Regel der Partner, dem der fehlende Austausch stärker zusetzt. Die Verbindung zueinander scheint für ihn gekappt zu sein und somit schwindet auch seine Liebe für den Partner.

3. Keine gemeinsamen Ziele

Eine Liebesbeziehung braucht gemeinsame Ziele, damit sie wachsen und sich weiterentwickeln kann. Solange beide Partner Pläne haben, die sie gemeinsam verwirklichen wollen und eine Vision ihrer Zukunft zu zweit, fühlen sie sich als Team. Dabei muss es sich nicht immer um große Vorhaben wie einen Hausbau oder die Familienplanung handeln. Auch das Umsetzen kleinerer Wünsche wie einer Urlaubsreise schweißt das Paar als Einheit zusammen. Wenn aber einer von beiden diese Dynamik in der Beziehung vermisst und der andere findet, dass man nun an einem Punkt angelangt sei, an dem alles so bleiben kann, wie es ist, kann es sein, dass der aktivere Part anfängt, an der Partnerschaft zu zweifeln. Er entliebt sich, weil er keine gemeinsame Zukunftsperspektive mehr sieht.

Manchmal ist es schwer festzustellen, wann genau der Prozess des Entliebens eingesetzt hat und warum. Ein bestimmter Auslöser wie romantische Empfindungen für eine dritte Person oder die Erkenntnis, dass man sich doch nicht vorstellen kann, den Rest seines Lebens an der Seite seines Partners zu verbringen, sorgt häufig dafür, dass man anfängt, seine Gefühle genauer zu hinterfragen. Stellt man dann fest, dass die einstige Liebe für den Partner irgendwo auf dem gemeinsamen Weg auf der Strecke geblieben ist, gilt es zu handeln.

Sollte man eine Beziehung beenden, wenn man sich entliebt hat?

Seinem Partner oder seiner Partnerin offen zu gestehen, dass man ihn oder sie nicht mehr liebt, ist ein mutiger Schritt und sollte gut durchdacht sein. Denn niemand hört ein “Ich liebe dich nicht mehr“ gerne. Es sind Worte, die für den Partner oft überraschend kommen, ihn verletzen und sein ganzes Leben unvermittelt auf den Kopf stellen. Und doch sind sie notwendig, wenn sie der Wahrheit entsprechen. Eine Beziehung weiterzuführen, obwohl man seinen Partner nicht mehr liebt, ist für keinen von beiden gut. Besser ist es, sich selbst und auch dem Partner die Möglichkeit einzuräumen, mit einem anderen Menschen glücklich zu werden. Allerdings sollte man sich, bevor man einen endgültigen Schlussstrich unter die Partnerschaft setzt, sicher sein, dass es nicht nur der Reiz des Verliebtseins ist, der einem fehlt. Denn mit ein bisschen Fantasie kann man auch in einer etwas abgekühlten langjährigen Beziehung wieder für mehr Leidenschaft, Spannung und Knistern sorgen – aber nur, wenn das Feuer der Liebe eben doch noch nicht ganz erloschen ist.

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