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Warum du aufhören solltest, deinen Partner zu bemuttern

Warum du aufhören solltest, deinen Partner zu bemuttern

Männer sind doch nichts anderes als große Kinder. So sehen es viele Frauen und kümmern sich hingebungsvoll um ihren Partner. Sie legen ihm morgens die Wäschen heraus, kaufen ihm neue Socken und vereinbaren Arzttermine für ihn. Auf seine Ernährung achten sie sowieso und erinnern ihn an die Geburtstage seiner Familie. Vieles davon geschieht aus Liebe, manches aus Gewohnheit und ein Teil auch aus einer Art übersteigertem Verantwortungsgefühl oder dem Hang zum Perfektionismus. Doch das ständige Bemuttern des Partners kann der Beziehung schaden und sie im schlimmsten Fall zerstören.

 Wenn auch du zu den Frauen gehörst, die ihren Partner bemuttern, ist es vielleicht an der Zeit, dich mit den Gründen auseinanderzusetzen und etwas an deinem Verhalten zu ändern.

Darum bemuttern Frauen ihren Partner

Es kann unterschiedliche Gründe geben, warum manche Frauen ihren Partner bemuttern. Vielleicht findest du in einem der folgenden Beispiele den Auslöser für dein Verhalten:

  • Deine Eltern haben dir dieses Muster vorgelebt. Solange du zurückdenken kannst, hat deine Mutter dafür gesorgt, dass es deinem Vater an nichts fehlt. Dieses Verhalten hast du einfach übernommen.
  • Möglicherweise erschien dir die Ehe deiner Eltern auch immer zu lieblos, weil der Umgang der beiden von Gleichgültigkeit und mangelndem Interesse aneinander geprägt war. Du hast beschlossen, es besser zu machen und dich stärker um deinen Partner zu bemühen.
  • Du musstest schon früh selbstständig werden und die Verantwortung für dich und möglicherweise auch für deine Geschwister übernehmen. Du bist es also gewohnt, gut für dich, aber auch für andere zu sorgen.
  • Dir wurde beigebracht, dass eine Frau sich um ihren Mann und alle seine Belange zu kümmern hat. Obwohl dir eigentlich klar ist, dass dieses Rollenbild veraltet ist und keine Berechtigung hat, kannst du einfach nicht anders, als danach zu handeln.
  • Du neigst zum Perfektionismus und hast das Gefühl, dass alles erst dann seine Richtigkeit hat, wenn du es selbst in die Hand nimmst. Das bedeutet für dich auch, dass du Aufgaben, die dein Partner genauso gut selber erledigen könnte, an dich reißt.
  • Dir mangelt es an Selbstwertgefühl und du glaubst, dass du deinen Partner nur an dich binden kannst, wenn du dich unentwegt um ihn bemühst und alles für ihn tust.
  • Du hast gerne das Sagen in eurer Beziehung. Deshalb bemutterst du deinen Partner nicht aus übermäßiger Liebe, sondern weil du es genießt, ihn zu bevormunden, indem du ihm seine Entscheidungen abnimmst.
  • Vielleicht hast du tatsächlich einen Partner, der sehr unselbstständig ist, hilfsbedürftig wirkt oder einfach nur faul ist. Dann bist du unabsichtlich in die Falle des Bemutterns getappt und hast dich daran gewöhnt, alles für deinen Partner zu regeln.

So schadet das Bemuttern eurer Beziehung

Ganz gleich, aus welchem Grund du deinen Partner bemutterst, du gefährdest damit eure Beziehung. Denn durch dein Verhalten entsteht zwischen euch ein Ungleichgewicht, das auf Dauer dich, aber auch deinen Partner unzufrieden machen kann. Die zahlreichen Aufgaben, die du freiwillig für ihn übernimmst, können dich viel Kraft und Mühe kosten und dich letztlich überfordern. Die Schuld daran gibst du deinem Partner, was zu Konflikten zwischen euch führen kann. Selbst wenn du deine Empfindungen nicht in Form von Vorwürfen offen äußerst, empfindest du vielleicht insgeheim Verachtung für deinen Partner und bist wütend auf ihn. Dein Partner wiederum genießt es vielleicht, dass er kaum etwas selber tun muss, was ihn in deinen Augen noch unattraktiver wirken lässt. Denn auf diese Weise könnt ihr keine Beziehung auf Augenhöhe führen. Möglicherweise fühlt sich dein Partner aber auch von dir eingeengt und zu stark bevormundet, was irgendwann dazu führen kann, dass er die Flucht ergreift, weil er sich nicht anders zu helfen weiß. Zudem kann es passieren, dass er glaubt, dass du ihn für unfähig hältst und der Ansicht bist, dass er ohne dich nicht lebensfähig sei. Alle diese Spannungen spielen sich häufig eine ganze Zeit lang unterschwellig ab, bis einer von euch beiden schließlich anfängt, offen an dem anderen Kritik zu üben und ihn mit Vorwürfen zu überhäufen. Wenn ihr erst einmal an diesem Punkt angelangt seid, wird es schwierig, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen in eurer Partnerschaft herzustellen.

Wie du damit aufhören kannst, ihn zu bemuttern

Sicher wird es dir nicht gelingen, dein Verhalten von heute auf morgen gänzlich zu ändern. Das wäre vermutlich auch die falsche Vorgehensweise. Denn wenn du ganz plötzlich damit aufhörst, deinen Partner zu bemuttern, wird er sich vor den Kopf gestoßen fühlen. Schließlich war er es bislang gewohnt, dass du immer alles für ihn getan hast. Deshalb ist es ratsam, ihn Schritt für Schritt von diesem Zustand zu entwöhnen und das Bemuttern langsam einzustellen. Sag ihm beispielsweise ganz offen, dass du morgen nicht dieses oder jenes für ihn übernehmen kannst, weil du noch andere Aufgaben zu erledigen hast. Oder bitte ihn im Gegenzug für deine Leistung um einen Gefallen seinerseits. Das gibt ihm das gute Gefühl, dass auch er gebraucht wird und seinen Teil zu eurer Partnerschaft beitragen kann. Wenn es sich um Aufgaben handelt, vor denen er offensichtlich zurückschreckt, weil sie ihm unangenehm sind oder er nicht weiß, wie er sie bewerkstelligen soll, biete ihm deine Unterstützung an, indem du ihm zeigst, wie er vorgehen kann. Sobald du aufhörst, deinen Partner zu bemuttern, kann es vorkommen, dass du anfangs auf Gegenwehr und Unverständnis seinerseits triffst. Dann erkläre ihm in Ruhe, dass du möchtest, dass er fortan mehr Verantwortung übernimmt und dich entlastet. Sage ihm auch, dass du dir mehr Gleichberechtigung in eurer Partnerschaft wünschst und dass jeder von euch beiden seinen Beitrag leisten muss, damit ihr die Achtung voreinander nicht verliert. Das bedeutet nicht, dass du in Zukunft nichts mehr für deinen Partner tun sollst. Ganz im Gegenteil. Du darfst ihn auch weiterhin verwöhnen – aber weil du es gerne machst und nicht, weil du dich dazu verpflichtet fühlst. Achte in jedem Fall darauf, dass das Ganze auf Gegenseitigkeit beruht. Es gibt schließlich immer etwas, das der eine besser kann als der andere oder das der eine lieber tut als der andere. Wenn es euch gelingt, eure Aufgaben dahingehend gerecht zu verteilen, seid ihr auf einem guten Weg, eine stabile und harmonische Beziehung aufzubauen.

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