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Sofort zurückschreiben oder lieber nicht? Wieso wir uns diese Entscheidung unnötig schwer machen

Sofort zurückschreiben oder lieber nicht? Wieso wir uns diese Entscheidung unnötig schwer machen

Endlich haben wir mal wieder jemand Spannendes kennengelernt und wie heutzutage üblich, werden erst einmal ganz entspannt Nachrichten ausgetauscht. Soweit jedenfalls die Theorie, denn in der Praxis ist das mit dem Hin- und Herschicken von Nachrichten so eine Sache. Wer meldet sich zuerst bei wem? Wie schnell sollte man auf eine Textnachricht antworten und wie oft darf man seinen Schwarm überhaupt anschreiben, ohne lästig zu sein? Fragen über Fragen, die uns am Anfang der Kennenlernphase durch den Kopf schießen und uns oft dazu bringen, ein Spielchen zu beginnen, mit dem wir es uns unnötig schwer machen. Und warum das Ganze? Weil wir uns einfach viel zu viele Gedanken machen, anstatt auf unser Gefühl zu hören!

Wie steht er oder sie zu mir?

Für uns ist die Sache klar. Wir haben einen Jackpot gelandet und sind schwer verliebt. Aber woher sollen wir wissen, ob es unserer neuen Bekanntschaft genauso geht? Was, wenn er oder sie nicht so überzeugt von uns ist? Wir verhalten uns deshalb häufig erst einmal distanziert und antworten nicht gleich auf jede seiner oder ihrer Nachrichten. Immerhin könnte es sein, dass unsere Erwartungen nicht erfüllt werden und wir am Ende enttäuscht oder verletzt sind. Dann also lieber etwas rarmachen und abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Und wenn sie nicht so laufen, wie wir es uns erhoffen, haben wir uns zumindest nicht lächerlich gemacht. Eine andere Möglichkeit, mit unserer eigenen Unsicherheit umzugehen, ist unsere neueste Eroberung mit Textnachrichten regelrecht zu bombardieren. Diesen tollen Menschen wollen wir unbedingt für uns gewinnen und damit das gelingt, so glauben wir manchmal, müssen wir einfach unser Bestes geben – auch wenn das bedeutet, uns die Finger wund zu tippen.

Welchen Eindruck möchte ich vermitteln?

“Denk bloß nicht, dass du der/die Tollste bist …“ In unseren Augen ist der neue Mann oder die neue Frau in unserem Leben vielleicht etwas ganz Besonderes. Aber ihn oder sie deshalb gleich mit Liebesschwüren in Textform zu überschütten oder auf jede seiner oder ihrer Nachrichten innerhalb von Millisekunden zu antworten? Das kommt uns nicht in den Sinn. Schließlich soll unser Gegenüber nicht denken, dass wir den ganzen Tag sabbernd auf unser Handy schielen und nur darauf hoffen, dass er sich meldet. So bedürftig wollen wir nun wirklich nicht wirken. Also behalten wir lieber einen kühlen Kopf und versuchen strategisch klug vorzugehen. Eine gelungene Mischung aus dem Bekunden von Interesse und vornehmer Zurückhaltung soll es richten und macht häufig alles nur noch komplizierter, weil wir gegensätzliche Signale senden und unseren Traummann oder unsere Traumfrau damit nur verwirren.

Was halte ich von mir selbst?

Das eigene Selbstbewusstsein hat eine ganze Menge damit zu tun, wie wir uns in der Kennenlernphase verhalten und wie schwer wir uns unser eigenes Liebesleben machen. Sind wir überzeugt von uns selbst, deuten wir das Verhalten unseres Flirtpartners häufig ganz anders, als wenn wir an uns selbst zweifeln. Sind wir mit einem starken Selbstbewusstsein gesegnet, machen wir uns keine Sorgen, wenn unsere neue Bekanntschaft etwas länger nichts von sich hören lässt oder auf eine unserer Nachrichten nicht gleich reagiert. Wir gehen schlicht davon aus, dass er oder sie gerade keine Zeit hat und sich bestimmt später melden wird. Halten wir uns selbst hingegen nicht für liebenswert oder attraktiv, kommen schnell Zweifel in uns hoch, wenn der Nachrichtenaustausch ins Stocken gerät. Der erste Gedanke: Er oder sie hat kein Interesse an uns. Dann neigen wir leicht dazu, eine sich möglicherweise anbahnende Liebesgeschichte voreilig abzuhaken.

Die Lösung: Authentisch sein statt strategisch vorgehen

Wenn wir eine Person kennenlernen, mit der wir uns eine Beziehung vorstellen können, möchten wir besonders am Anfang unseres Kennenlernens alles richtig machen. Dabei begehen wir oft einen entscheidenden Fehler: Wir machen uns viel zu viele Gedanken darum, wie wir wirken, was der andere von uns denkt und ob wir uns möglicherweise blamieren könnten oder verletzt werden. Sich auf eine neue Romanze einzulassen birgt immer ein gewisses Risiko in sich. Deshalb zögern wir häufig, uns zu öffnen und uns einfach so zu geben, wie wir sind. Damit machen wir es uns selbst, aber auch unserer neuen Bekanntschaft unnötig schwer. Denn anstatt uns beim Hin- und Herschicken von Nachrichten eine Strategie zu überlegen, sollten wir uns einfach von Anfang an authentisch zeigen. Das bedeutet im Klartext:

  • Wenn du das Bedürfnis hast, zum Handy zu greifen und deinem neuen Schatz ein paar liebe Zeilen zu schreiben, dann tu es. Es spielt überhaupt keine Rolle, wer sich zuletzt bei wem gemeldet hat und wie lange das her ist.
  • Wenn dein erster Impuls ist, sofort auf die frisch eingetroffene Nachricht zu antworten, dann antworte einfach sofort, ohne dir Gedanken zu machen, wie das auf deinen Herzensmenschen wirken könnte.
  • Solltest du ein Mensch sein, der sich lieber persönlich austauscht und nicht so gerne Nachrichten schreibt, dann solltest du ehrlich sein und das so auch kommunizieren. So weiß deine neue Bekanntschaft gleich, dass du dich selten meldest, weil du schreibfaul bist und nicht, weil dir nichts an ihm oder ihr liegt.
  • Solltest du allerdings vor lauter Verliebtheit das Handy gar nicht mehr aus der Hand legen und am laufenden Band Herzchen verschicken, achte ein wenig auf die Reaktion deines Schatzes oder frag ihn im Zweifelsfall, ob die Menge an Nachrichten, die du an ihn versendest, für ihn in Ordnung ist.

Vielleicht wird es dich anfangs etwas Überwindung kosten, all deine Zweifel und Überlegungen über Bord zu werfen. Aber auf diese Weise bietest du deiner neuen Bekanntschaft die Möglichkeit, dich so kennenzulernen, wie du wirklich bist und erhöhst gleichzeitig deine Chancen, einen Partner zu finden, der dich mit all deinen Vorzügen und Macken liebt. Außerdem läufst du nicht Gefahr, durch strategische Spielchen vielleicht einen ganz tollen Menschen zu vergraulen, weil er dein Verhalten nicht richtig einordnen kann.

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