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Selbstmitleid – warum es uns schadet und wie wir es loswerden

Selbstmitleid – warum es uns schadet und wie wir es loswerden

Es gibt ganz unterschiedliche Gefühle, die wir für uns selbst empfinden können. Sich selbst zu lieben fällt dabei vielen Menschen am schwersten. Auf sich selbst wütend zu sein, gelingt hingegen vielen schon leichter. Doch ein Gefühl bringen wir uns selbst relativ oft entgegen: Selbstmitleid. Immer dann, wenn uns ein Schicksalsschlag ereilt, der uns zutiefst erschüttert, neigen wir dazu, neben Enttäuschung, Trauer und Verzweiflung auch Mitleid für uns selbst zu empfinden. Auslöser für unser Selbstmitleid können zum Beispiel eine Trennung, der Verlust des Arbeitsplatzes, der Tod eines geliebten Menschen oder auch weitaus banalere Ereignisse sein, die uns aus unserer gewohnten Bahn werfen.

Ein wenig Selbstmitleid ist nützlich

Mitleid mit sich selbst zu haben ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Es ist eine Emotion, die wie jede andere einfach aufkommt und gegen die wir nicht sofort ankämpfen, sondern sie erst einmal so hinnehmen dürfen. Selbstmitleid kann uns dabei helfen, achtsam mit uns selbst umzugehen und besonders dann, wenn es uns schlecht geht, gut für uns zu sorgen. Wir ziehen uns zurück und gönnen uns eine Ruhepause, um uns zu erholen. Es ist wie eine Art “Wunden lecken“, das wir manchmal einfach brauchen, um uns zu regenerieren und das Geschehene zu verarbeiten. Wenn wir aber in permanentem Selbstmitleid versinken oder uns bei jedem noch so kleinen Rückschlag selbst bemitleiden, schaden wir uns auf Dauer. Dann sind Gedanken wie “Warum passiert so etwas immer mir?“ oder “Ich habe immer nur Pech im Leben“ an der Tagesordnung. Diese Gedanken lassen und auf der Stelle treten und bringen uns nicht weiter.

So schadet uns zu viel Selbstmitleid

Wenn wir über einen längeren Zeitraum hinweg Selbstmitleid empfinden, landen wir in einer Abwärtsspirale, die uns immer tiefer in ihren negativen Sog zieht. Wir beschäftigen uns unentwegt mit dem Auslöser unseres bedauernswerten Zustands und durchleben denselben Schmerz immer und immer wieder. Hinzu kommt, dass wir anfangen, unser Umfeld mit unserem Gejammer zu nerven, weil wir ständig davon erzählen, wie schlecht es uns geht und wie unfair das, was uns passiert ist, doch ist. Dabei erwarten wir geradezu, dass unsere Mitmenschen und bedauern und uns bestätigen, wie tragisch unsere Situation ist. Das kann dazu führen, dass sie sich irgendwann von uns abwenden, weil sie unsere pessimistische Lebenseinstellung und unseren erbärmlichen Zustand nicht ertragen können oder wollen. Unser Selbstmitleid führt sogar dazu, dass wir immun werden für gute Ratschläge und die Hilfe von Freunden und Verwandten nicht annehmen wollen. Sitzen wir erst einmal in der Selbstmitleidsfalle fest, gibt es so leicht kein Entrinnen mehr. Denn wir finden keine Kraft, um unser Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und die Schritte zu gehen, die notwendig wären, damit wir wieder optimistischer in die Zukunft blicken können.

Selbstmitleid kann gefährliche Folgen haben

Das ständige Baden in Selbstmitleid macht uns unempfänglich für positive Gefühle. Wir können uns an nichts mehr erfreuen und leben in der ständigen Erwartung, dass das Nächste, was auf uns zukommt, wieder etwas Schlechtes sein wird. Dieser Zustand kann unser Seelenleben ernsthaft gefährden und sogar zu Depressionen führen. Er kann uns auch empfänglicher für Süchte wie überhöhten Alkoholkonsum machen oder unsere, bis dato gesunden Ess- und Schlafgewohnheiten stören. In jedem Fall führt ständiges sich selbst bemitleiden aber dazu, dass wir all die guten Seiten des Lebens nicht mehr richtig wahrnehmen können und uns somit der Chance berauben, nach einem schlechten Erlebnis wieder Mut zu fassen und nach vorne zu sehen, anstatt uns im Kreis zu drehen.

4 Tipps, um Selbstmitleid zu besiegen

1. Selbstmitleid als Hindernis erkennen

Um übermäßiges Selbstmitleid zu überwinden, ist es wichtig, dass wir uns klarmachen, dass uns dieses Gefühl blockiert. Es hindert uns daran, den aktuellen Zustand, der uns aus bestimmten Gründen zu schaffen macht, zu verändern. Anstatt aktiv zu werden, bedauern wir uns selber und überlassen es dem Schicksal oder anderen Menschen, zu entscheiden, wie es mit uns weitergeht. Das bedeutet, dass wir freiwillig die Opferrolle einnehmen. Erst wenn wir uns bewusst dafür entscheiden, dass wir das nicht mehr wollen und selber bestimmen möchten, wie wir unser Leben gestalten, können wir der Selbstmitleidsfalle entkommen.

2. Die eigenen Gedanken hinterfragen

Selbstmitleid führt dazu, dass wir eine pessimistische Lebenseinstellung entwickeln. Wir erwarten geradezu, dass uns nur Schlechtes widerfährt. Wenn wir beginnen, diese Gedanken zu hinterfragen, wird uns bewusst, wie unrealistisch es ist, dass wir immer nur Pech haben. Nur weil es mit einem Partner nicht geklappt hat, bedeutet das nicht, dass die nächste Beziehung auch nicht funktionieren wird. Und nur weil wir uns schon zweimal für den falschen Job entschieden haben, heißt das noch lange nicht, dass wir mit dem nächsten nicht Glück haben können.

3. Das Gute wieder sehen lernen

Die schönen Seiten des Lebens wieder sehen zu lernen, hilft uns, unser übermäßiges Selbstmitleid Stück für Stück zu reduzieren. Denn es gibt immer etwas, an dem wir uns erfreuen können, selbst in schweren Zeiten. Wir können es vor lauter Selbstmitleid nur nicht mehr erkennen. Deshalb sollten wir versuchen, uns diesen Blick für das Gute wieder zurück zu erkämpfen. Das geht nur, wenn wir uns aktiv dafür entscheiden, uns für diese Dinge zu öffnen und uns erlauben, Freude zu empfinden, selbst wenn es uns insgesamt noch nicht wieder gut geht.

4. Den Blick auf die Zukunft richten

Wenn wir schon auf einem guten Weg sind, unser Selbstmitleid zu überwinden, kann ein letzter entscheidender Schritt dafür sorgen, dass es uns gelingt, die Opferrolle endlich komplett zu verlassen. Es ist die Entscheidung und der feste Wille, uns ab jetzt wieder der Zukunft zuzuwenden. Wie soll sie aussehen und was wollen wir tun, damit wir sie so gestalten können, wie wir es uns wünschen? Eine klare Zukunftsvision aktiviert unsere inneren Kräfte und anstatt weiter vor uns hin zu jammern, fühlen wir uns wieder stark genug, neuen möglichen Rückschlägen die Stirn zu bieten. Denn plötzlich wird uns klar, dass die Verantwortung für unser Glück bei uns selbst liegt und dass wir es uns wert sein sollten, das Beste aus unserem Leben zu machen.

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