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Schönes Leben oder schweres Leben? Es kommt auf deine Gefühle an

Schönes Leben oder schweres Leben? Es kommt auf deine Gefühle an

Fühlst du dich oft traurig, ängstlich und hast negative Gedanken? Obwohl du genau weißt, dass du es besser hast als manch anderer, bist du trotzdem unglücklich? Damit bist du nicht allein. Viele Menschen, denen es aufgrund ihrer Lebensumstände eigentlich gut gehen müsste, sind unzufrieden, während andere, die allen Grund zum Jammern hätten, optimistisch und voller Elan ihr Schicksal meistern. Das bedeutet, dass sie sich von widrigen Umständen wie Problemen, Krankheiten, einer Behinderung oder Geldnot nicht unterkriegen lassen. Mehr noch: Sie sind dankbar für das, was sie haben, erfreuen sich an Kleinigkeiten und machen das Beste aus ihrer Situation.

Bedeutet das also, dass du verwöhnt, undankbar oder einfach nur schwach bist? Nein, denn nicht deine Lebensumstände sind ausschlaggebend dafür, wie du dich fühlst. Es liegt vielmehr daran, wie du deine Lebensumstände bewertest und infolgedessen empfindest – und das lässt sich beeinflussen. Wie wäre es sonst möglich, dass ein Mensch, der querschnittgelähmt ist, trotzdem aktiv am Leben teilnimmt, indem er einem Beruf nachgeht, oft verreist, eine Familie hat und sich vielleicht auch noch ehrenamtlich engagiert – und im Gegenzug ein Mensch, der kerngesund ist, nichts aus seinem Leben macht, obwohl er gute Startbedingungen hat? Wie könnte sonst jemand, der nur das Nötigste zum Überleben hat, lebensfroh und ausgeglichen sein, während jemand, der in Geld nur so schwimmt, in Depressionen verfällt oder gar an Selbstmord denkt?

Ein simples Beispiel – zwei mögliche Reaktionen

Stell dir vor, es ist Sonntag. Du hast dir vorgenommen, am Nachmittag eine Fahrradtour zu machen. Mittags zieht ein Gewitter auf und es schüttet wie aus Kübeln. Es sieht nicht danach aus, als würde es in den nächsten Stunden aufhören zu regnen. Du entscheidest dich also dafür, zu Hause zu bleiben und bist schlecht gelaunt, weil deine Pläne regelrecht ins Wasser gefallen sind. Anstatt dich für den Rest des Tages zu ärgern, könntest du auch aus dem Fenster schauen, dich an dem Naturspektakel erfreuen und dir einen erholsamen und richtig gemütlichen Nachmittag machen. Dieses simple Beispiel lässt sich auf viele Lebensbereiche übertragen. Letztlich entscheiden deine Gefühle darüber, wie es dir geht, nicht die Umstände. Zwar wirst du deine erste Gefühlsregung nicht beeinflussen können. Aber wenn du dich darin übst, deine Emotionen zu reflektieren und sie zu hinterfragen, wirst du besser mit ihnen umgehen und sie teilweise auch in etwas Positives umwandeln können.

Wie du eine Situation wahrnimmst, ist erlernt

Als Kinder gehen wir meistens noch ganz unbeschwert durchs Leben. Wir können uns genauso über die Sonne freuen wie über den Regen. Wenn wir hinfallen, stehen wir wieder auf und rennen vergnügt weiter. Mit zunehmendem Alter werden wir aber immer kritischer, ängstlicher und pessimistischer. Wir lernen aus dem Verhalten unseres Umfeldes bestimmte Umstände und Situationen in einer bestimmten Art und Weise zu bewerten und entsprechende Gefühle zu entwickeln. Unser Empfinden resultiert also nicht aus einer Gegebenheit heraus, sondern aus unserer Denkweise über diese Gegebenheit. So lernen wir zum Beispiel, dass wir uns nur sicher fühlen können, wenn wir eine feste Anstellung haben oder dass wir nur attraktiv sind, wenn wir in eine bestimmte Kleidergröße passen. Das, was du heute fühlst, hast du dir über die letzten Jahre hinweg antrainiert oder antrainieren lassen. Ein Mensch, der in einer Familie aufwächst, die nur wenige finanzielle Mittel zu Verfügung hat, in der aber Liebe, Geborgenheit und Zusammenhalt zählen, wird auch später mit finanziellen Engpässen gelassener umgehen. Sie werden ihn nicht dermaßen zur Verzweiflung bringen, wie einen Menschen, in dessen Familie Geldnot regelmäßig zu Streit und Konflikten geführt hat.

Gefühle kontrollieren und ändern

Wenn du deine Emotionen steuern könntest, könntest du dich in vielen Situationen und auch insgesamt viel besser fühlen. Auch wenn das zunächst sehr schwierig erscheint, gibt die Tatsache, dass unsere Denkweise und somit die Art, wie wir etwas empfinden, erlernt ist, Grund zur Annahme, dass sie sich auch verändern lässt. Dafür ist es zunächst einmal wichtig, dass du immer, wenn du ein schlechtes Gefühl hast, dir klarmachst, dass du selbst verantwortlich für dieses Gefühl bist. Wenn dich jemand bewusst provoziert, ist es deine Entscheidung, inwiefern du dich davon negativ beeinflussen lassen möchtest. Genauso solltest du dich ganz bewusst mit deinen Gefühlen auseinandersetzten. Horche in dich hinein. Ist es wirklich dein Gefühl, das du da empfindest oder magst du etwas nur nicht, weil dir eingeredet wurde, dass es nicht gut ist? Deine Gedanken sind mächtig und helfen dir, deine Gefühle zu kontrollieren. Angst zum Beispiel kannst du entgegenwirken, indem du analysierst, ob die Gefahr, die dir dieses Gefühl beschert, wirklich real ist und wie ernst zu nehmen sie ist. Wut auf einen Menschen kannst du minimieren, indem du versuchst, sein Verhalten nachzuvollziehen. Du kannst manche Gegebenheiten nicht verändern, aber die Art und Weise, wie du über sie denkst schon. Damit kannst du auch deine negativen Gefühle ganz aktiv durch andere, bessere ersetzen.

Seine Gefühle im Griff zu haben ist nicht einfach, aber es lohnt sich

Wenn du damit beginnst, dich intensiver mit deinen Gefühlen zu beschäftigen, wirst du schnell feststellen, dass es nicht ganz einfach ist, alte eingefahrene Denkmuster zu ändern und zu ersetzen. Es wird dir immer wieder passieren, dass du auf eine Situation impulsiv reagierst oder merkst, dass manche Empfindungen schon sehr fest in deinem Wesen verankert sind. Gib trotzdem nicht auf. Denn wenn du deine Gefühle besser in Griff hast, wirst du dich zu einem optimistischeren und fröhlicheren Menschen entwickeln. Außerdem kannst du auch deine Zukunft positiv beeinflussen, weil du mehr Kraft haben wirst, Probleme und Krisen zu meistern. Das bedeutet aber nicht, dass du dich ab jetzt zurücklehnen und darin üben sollst, alles, was dir nicht gefällt, einfach wegzulächeln. Denn zu einem glücklichen und erfüllten Leben gehört es natürlich dazu, dass man an seinen Zielen arbeitet und seine Träume verwirklicht. Das geht leider nicht allein durch die Kraft unserer Gedanken.

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