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Kuscheln mit Worten – Wie eine liebevolle Kommunikation in der Beziehung gelingt

Kuscheln mit Worten – Wie eine liebevolle Kommunikation in der Beziehung gelingt

Kuscheln und zärtlicher Körperkontakt stärken das Vertrauensverhältnis in einer Liebesbeziehung und sorgen für ein Gefühl von Verbundenheit. Vielen Paaren ist dabei nicht bewusst, dass auch eine liebevolle Kommunikation auf sprachlicher Ebene ein wesentlicher Grundpfeiler für eine glückliche und langfristige Partnerschaft ist. Häufig wird Männern und Frauen erst, wenn es in der eigenen Beziehung kriselt, bewusst, dass sie kaum noch miteinander reden.

Am Anfang könnten wir der Stimme unserer neuen Freundin oder des Freundes stundenlang lauschen und hängen sprichwörtlich an ihren/seinen Lippen. Nichts ist spannender, als möglichst viel über unseren neuen Lebenspartner zu erfahren. Wir stellen Fragen, möchten verstehen, wie er oder sie tickt und lieben es, uns über unsere Ansichten und Wertvorstellungen miteinander auszutauschen. Doch irgendwann holt uns der Alltag ein und wir widmen uns wider vermehrt den Dingen, die neben unserer großen Liebe einen festen Platz in unsere Leben haben. Häufig ist es der Job, der einen Großteil unserer Energie fordert. Später kommen vielleicht gemeinsame Kinder hinzu und große Pläne oder finanzielle Sorgen. Dabei bleibt eines häufig auf der Strecke: Zeit für tiefgründige und wertschätzende Gespräche als Paar. Wenn wir unsere Kommunikation dauerhaft darauf beschränken, dringende Absprachen zu treffen und uns nur die wichtigsten Informationen zukommen zu lassen, laufen wir Gefahr, uns als Liebespaar auseinanderzuleben und in einen Zustand der bloßen Koexistenz zu geraten. Eine nicht sonderlich romantische, dafür aber effektive Methode, dem gemeinsamen Austausch im täglichen Leben wieder mehr Raum zu geben, ist das Einplanen fester Gesprächstermine. Doch selbst, wenn es nicht am Zeitmangel liegt, haben viele Paare das Gefühl, dass sie sich einfach nichts mehr zu sagen haben. Warum ist das so und wie kann eine liebevolle Kommunikation in der Beziehung gelingen?

Verletzende Worte wiegen schwerer als jede Liebesbekundung

Ein Streit, bei dem man sich gegenseitig beschimpft und beleidigt, bleibt länger in Erinnerung als ein liebevoll gesäuseltes “Ich liebe dich“ oder eine zärtliche Geste. Oftmals brennen sich verletzende Worte tief in unsere Seele ein und kommen immer wieder in uns hoch, wenn wir erneut das Gespräch mit unserem Partner suchen. Deshalb ist es besser, ein Gespräch abzubrechen, wenn einer von beiden merkt, dass er seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle hat und sich zunächst zu beruhigen, bevor man in einem zweiten Anlauf versucht, die Wogen wieder zu glätten. Auch, wenn niemand einmal Ausgesprochenes zurücknehmen kann, können eine Aussprache und eine ernst gemeinte Entschuldigung dazu beitragen, dass man als Paar wieder aufeinander zugehen kann. Hilfreich ist es dabei, das eigene Verhalten zu reflektieren, ehrlich mit sich selber zu sein und zugeben zu können, wenn man sich in der Wortwahl vergriffen hat.

Die Meinung des anderen akzeptieren lernen

Wohl kaum ein Paar ist immer und zu jeder Zeit der gleichen Meinung. Oft liegen die Ansichten in bestimmten Situationen sogar ganz weit auseinander. Trotzdem sollten beide immer versuchen, dem anderen mit Wertschätzung und einem gewissen Maß an Verständnis zu begegnen. Wenn es um Themen geht, die nicht unmittelbar etwas mit der Beziehung zu tun haben, gelingt das den meisten Paaren ganz gut. Schwierig wird es, wenn es um Entscheidungen geht, die beide betreffen. Die Kunst ist es, in solchen Situationen Kompromisse zu finden, die für beide Seiten tragbar sind. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich darauf zu einigen, dass jeder von beiden für bestimmte Lebensbereiche die alleinige Verantwortung übernimmt. Dafür ist es aber wichtig, dass man einander bedingungslos vertraut und die Entscheidungen des Partners nicht infrage stellt. Das kann etwa bei der Wahl einer neuen Wohnungseinrichtung funktionieren. Bei Themen, in denen beide emotional stark eingebunden sind, wie beispielsweise der Kindererziehung, sollte immer ein gemeinsamer Weg gesucht werden.

Lob und Anerkennung

Zu einer liebevollen Kommunikation in der Beziehung gehört es auch, dem Partner seine Wertschätzung auszudrücken. Allzu oft empfinden wir Dinge, die der andere tut, als selbstverständlich. Auch, wenn wir uns darüber freuen, dass er oder sie bereitwillig einen Großteil des Haushalts alleine schmeißt, immer kocht oder für ein gesichertes Einkommen sorgt, drücken wir unsere Anerkennung für dieses Engagement viel zu selten aus. Ein kleines Dankeschön, ein Lob oder ein Kompliment – auch für Handlungen, die zur Routine geworden sind – machen den anderen glücklich und zeigen ihm, dass wir genau wissen, was wir an ihm haben.

Kritik und Schuldzuweisungen

Nein, es passt uns nicht immer, wie unser Partner oder unsere Partnerin sich benimmt. Am Anfang einer neuen Beziehung neigen wir dazu, manches Verhalten zu ignorieren oder einfach hinzunehmen. Doch wenn der erste Anflug der Verliebtheit vergangen ist, fällt es uns immer schwerer, über solche Dinge hinwegzusehen. Jetzt ist es wichtig, einen Weg zu finden, dem anderen mitzuteilen, was einen stört. Wie aber kann man Kritik üben, ohne den Partner dabei zu verletzten? Eine gute Möglichkeit ist es, über die eigenen Empfindungen zu sprechen und dabei in der Ich-Form zu bleiben. Ein “Es macht mich traurig, wenn …“ oder “Ich fühle mich dabei nicht gut, weil …“ klingt anders, als “Du bist so …“ oder “Immer musst du …“. Auch sollte man sich bei solchen Gesprächen auf konkrete Situationen beziehen und nicht beginnen, die gesamte Persönlichkeit oder bestimmte Charaktereigenschaften des Partners anzugreifen.

Umgang im Beisein von anderen

Es passiert immer wieder: Man sitzt mit Freunden oder der Familie in einer geselligen Runde beisammen, führt ein nettes Gespräch und plötzlich fährt unser Partner oder unsere Partnerin uns ins Wort und macht einen Scherz auf unsere Kosten. Oft ist die Bemerkung nicht böse gemeint und soll nur der allgemeinen Belustigung dienen. Manchmal will der andere aber auch ganz deutlich klarmachen, dass man hier entschieden gegensätzlicher Meinung ist. Natürlich muss man als Paar auch vor anderen nicht immer eine geschlossene Einheit demonstrieren und darf seine ganz persönlichen Ansichten äußern. Trotzdem ist wichtig, es zu vermeiden, sich über seinen Partner lustig zu machen, um sich nach außen hin von ihm abzugrenzen. Die Regeln für einen respektvollen Umgang miteinander gelten sowohl für die eigenen vier Wände und Gespräche unter vier Augen als auch in der Öffentlichkeit. Hier sind sie sogar besonders wichtig. Denn vom eigenen Partner im Beisein anderer Personen bloß gestellt zu werden ist demütigend und kommt einem Vertrauensbruch gleich.

Mit Worten zu kuscheln bedeutet nicht, dem anderen immer nach dem Mund zu reden, seine eigene Meinung für sich zu behalten oder Missstände in der Beziehung zu ignorieren, nur um keinen Streit zu provozieren. Auch geht es nicht nur darum, sich permanent mit Koseworten zu umschmeicheln oder sich stündlich gegenseitig zu beteuern, wie sehr man sich liebt. Viel wichtiger ist es, ehrlich zueinander zu sein und dabei die richtigen Worte zu finden und vor allem, den stetigen Austausch zu suchen. Dabei sollte immer ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander stattfinden. Eine liebevolle Kommunikation in der Beziehung zu pflegen, bedeutet eben auch, immer wieder aufs Neue aufeinander zuzugehen und Interesse aneinander zu zeigen, auch, wenn man glaubt, schon alles übereinander zu wissen.

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