Skip to content

Kitzeln – der schmale Grat zwischen Freude und Folter

Passiert es dir manchmal, dass du unvermittelt kichern musst, wenn dein Partner oder deine Partnerin dir zärtlich über den Hals oder den Rücken streichelt? Dein Körper zuckt dabei zusammen, während wohlige Schauer ihn durchströmen. Wer besonders kitzelig ist, hat es beim Kuscheln nicht leicht, denn nicht immer hat der Freund oder Freundin Verständnis dafür, wenn man inmitten der romantischen Zweisamkeit anfängt, sich unter den Berührungen des anderen zu winden und dabei lauthals losprustet.

Passiert es dir manchmal, dass du unvermittelt kichern musst, wenn dein Partner oder deine Partnerin dir zärtlich über den Hals oder den Rücken streichelt? Dein Körper zuckt dabei zusammen, während wohlige Schauer ihn durchströmen. Wer besonders kitzelig ist, hat es beim Kuscheln nicht leicht, denn nicht immer hat der Freund oder Freundin Verständnis dafür, wenn man inmitten der romantischen Zweisamkeit anfängt, sich unter den Berührungen des anderen zu winden und dabei lauthals losprustet.

Doch woher kommt dieses Phänomen des Kitzeligseins und haben wir tatsächlich immer Freude daran, gekitzelt zu werden – nur, weil wir dabei lachen müssen? Diesen Fragen und weiteren interessanten Erkenntnissen rund ums Kitzeln widmen wir uns in diesem Artikel.

Wieso sind wir eigentlich kitzelig?

Fest steht, dass nicht alle Menschen gleich stark kitzelig sind. Manch einem reicht es bereits, wenn man ihm nur andeutet, dass man ihn gleich kitzeln wird, damit er schützend seine Arme vor sich hält und anfängt, laut zu lachen. Andere Menschen reagierten kaum auf Kitzelreize oder sind nur an ganz bestimmten Stellen des Körpers empfänglich dafür. Hierzu gehören meist die Achselhöhlen, die Rippen, die Füße, aber häufig auch der Hals- und Nackenbereich oder die Kniekehlen. Es gibt unterschiedliche, teils wissenschaftlich untersuchte Ansätze, die versuchen zu erklären, warum wir überhaupt kitzelig sind. Einer davon ist die Annahme, dass der durch das Kitzeln ausgelöste Impuls, zusammenzuzucken oder uns zu winden und zu wehren, ein Schutzmechanismus ist. Wenn etwas ganz plötzlich unseren Körper berührt, könnte der Auslöser eine Bedrohung für uns darstellen: beispielsweise ein giftiges Insekt. Durch das automatische Zucken unseres Körpers würde dieses dann abgeschüttelt werden. Das würde auch erklären, warum wir oft an den Stellen unseres Körpers besonders kitzelig sind, die wir selber nicht gut sehen können. Durch das Kribbeln auf unserer Haut merken wir erst, dass sich hier möglicherweise etwas befindet, das dort nicht hingehört. Das Lachen dient bei dieser Theorie vermutlich als Anreiz, diesen Schutzmechanismus des Körpers zu schulen. Schließlich kitzeln wir uns hauptsächlich deshalb, damit wir Freude verspüren und dabei herzhaft Lachen können.

Möglicherweise ist das Kitzeligsein aber auch ein Trick der Natur, um den Fortbestand von Berührungen als einen der wichtigsten Bestandteile des menschlichen Soziallebens zu sichern. Welches ist die schnellste Möglichkeit, um jemanden zum Lachen zu bringen? Nun, man könnte einen guten Witz erzählen und darauf hoffen, dass der Zuhörer einen gewissen Sinn für Humor hat. Oder man schneidet merkwürdige Grimassen und erntet so vielleicht den einen oder anderen Lacher. Die weitaus effektivere Methode wird es wohl sein, jemanden einfach zu kitzeln. Lachen ist gesellig, macht gute Laune und steckt an. Und da wir eben in unserem Leben nicht immer etwas zu Lachen haben, kann Kitzeln ein zuverlässiger und schneller Gute-Laune-Booster sein.

Warum können wir uns nicht selber kitzeln?

Wenn wir versuchen, uns selber zu kitzeln, spüren wir zwar die Berührung auf unserer Haut, aber wir müssen dabei in der Regel nicht lachen. Das liegt daran, dass der Überraschungseffekt fehlt. Wir wissen genau, was auf uns zukommt und wann wir uns anfassen werden. Daher ist uns auch klar, dass uns keine Gefahr droht und wir reagieren nicht so, wie wir es tun würden, wenn der Anreiz von jemand anderem kommt. Zwar können wir auch bei einem Kitzelpartner in etwa abschätzen, wann er uns anfassen wird, dennoch ist der Effekt ein anderer, da unser Gehirn die fremde Berührung anders wahrnimmt.

Kann Kitzeln auch schädlich sein?

Wer schon öfter selber richtig durchgekitzelt wurde, weiß, dass es hierbei nicht immer nur spaßig zugeht. Denn das unkontrollierbare Lachen, das aus uns herausbricht, wie heiße Lava aus einem brodelnden Vulkan, wird bei besonders heftigen Kitzelattacken durch Atemnot und Tränen begleitet. Hinzu kommen teils heftige Schmerzen, die durch das immer wieder krampfartige Zusammenzucken des Körpers und die überstrapazierten Bauch- und Backenmuskeln auftreten können. Wird man beim Kitzeln außerdem so fest gehalten, dass man sich nicht befreien kann, kommt das Gefühl von Unterlegenheit und Ohnmacht hinzu. Nicht umsonst wurde das Kitzeln im Mittelalter als Foltermethode eingesetzt. Daher sollten wir besonders, wenn wir Kinder kitzeln, sehr vorsichtig sein, da sie uns kräftemäßig unterlegen sind. Viele Kinder verlangen regelrecht danach, gekitzelt zu werden. Als Vater oder Mutter gilt es abzuwägen, ob das Kind sich nicht vielleicht nur Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten wünscht. Im Zweifelsfall ist es sinnvoll, das Kind zunächst nur ganz behutsam zu kitzeln und auf seine Reaktion zu achten. Keinesfalls sollten wir es so stark festhalten, dass es sich nicht wehren kann oder seine Bitte, mit dem Kitzeln aufzuhören, einfach ignorieren. Diese Regeln sind übrigens bei jedem unserer “Kitzelopfer“ zu beherzigen, ganz gleich, ob es sich um eine erwachsene Person oder um ein Kind handelt. Oft mögen wir es selber nämlich gar nicht, heftig gekitzelt zu werden und versuchen fieberhaft unsere “angegriffenen“ Gliedmaßen zu retten.

Knismesis oder Gargalesis – auf die Art kommt es an

Bei der Art, wie man jemanden kitzeln kann, gibt es natürlich Unterschiede. Hierbei unterscheidet man zwischen zwei Methoden. Der Begriff Knismesis steht für ein zärtliches, ganz sanftes Kitzeln. Das kann ein behutsames Streicheln über die Wange oder das vorsichtige Kraulen des Kopfes sein. Auch mit einer Feder oder mit einem leichten Pusten über die Haut kann man bereits einen gewissen Kitzeleffekt auslösen. All dies tun wir häufig beim Kuscheln mit unserem Partner oder unseren Kindern und empfinden es selber als angenehm. Dabei entgleitet uns allenfalls ein wohliges Kichern. Gargalesis hingegen bezeichnet das Ausführen regelrechter Kitzelattacken. Hierbei drangsalieren wir die Achselhöhlen unseres Kitzelgefährten mit ausgestreckten Zeigefingern oder lassen einfach alle unsere Finger wild über seine Rippen oder andere empfindliche Stellen wuseln. Oft halten wir unser “Opfer“ dabei fest, während es mit hochrotem Gesicht nach Luft japst und vor lauter Lachen Tränen vergießt.

Tipps für ungetrübten Kitzelspaß

Damit Kitzeln allen Beteiligten Spaß macht, können wir uns an ein paar einfache Regeln halten:

  • Bevor du jemanden kitzelst, frag ihn, ob du es darfst.
  • Kitzeln ist eine intime Angelegenheit. Schließlich entsteht dabei ähnlich intensiver Körperkontakt, wie beim Kuscheln. Somit sollten sich nur Personen gegenseitig kitzeln, die sich nahestehen.
  • Kitzeln ist Vertrauenssache. Wenn du jemanden kitzelst, achte auf ihre oder seine Reaktionen und höre auf, sobald du merkst, dass die gekitzelte Person sich augenscheinlich nicht mehr wohlfühlt.

Vereinbart zur Sicherheit ein Signal, damit du genau weißt, wann du aufhören sollst oder die Sicherheit hast, dass du die Kitzelattacke jederzeit abbrechen kannst.

Nun wünschen wir dir viel Freude beim Kitzeln, Kuscheln und Kraulen – und denk immer daran: Wenn das Lachen von Herzen kommt und nicht ein bloßer Reflex ist, macht du alles richtig!

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on reddit
Reddit
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email