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Kitsch oder Kopfsache – was ist eigentlich Romantik?

Kitsch oder Kopfsache – was ist eigentlich Romantik?

Der Begriff Romantik lässt automatisch bestimmte Bilder vor unserem inneren Auge aufflackern. Kerzenschein, Sonnenuntergänge, rote Rosen und ein knisterndes Kaminfeuer sind einige der wichtigsten Symbole, die wir mit einer romantischen Stimmung in Verbindung bringen. Die einen empfinden alles, was ansatzweise als romantisch bezeichnet werden könnte, als puren Kitsch, die anderen glauben, dass romantisch zu sein der Liebesbeweis schlechthin ist. Recht haben sie irgendwie alle. Es kommt dabei nur auf den Blickwinkel an. Dabei ist Romantik viel mehr als das gemeinsame Erleben bestimmter Szenerien, die als Inbegriff dieser besonderen Gefühlswahrnehmung gehandelt werden – oder besser gesagt, etwas ganz anderes.

Wieso Romantik für jeden etwas anderes bedeuten darf und welches die wichtigsten Voraussetzungen sind, damit zwischen zwei Menschen eine romantische Stimmung entsteht, haben wir für euch zusammengefasst. Doch beschäftigen wir uns zuerst mit den Grundlagen:

Woher unsere Vorstellungen von Romantik stammen

In Liebesfilmen wird es uns sehr eindrucksvoll vorgemacht. Da schlendern verliebte Pärchen Hand in Hand einen schier endlos langen Sandstrand entlang und steuern geradewegs ihrem gemeinsamen Glück entgegen. Als Kinder lernen wir, dass vom Vater an die Mutter übergebene rote Rosen ein Liebesbeweis sind und emotionale Reaktionen auslösen können. Der Valentinstag gilt als Tag der Liebenden, und wer ihn verschmäht, ist entweder schrecklich unromantisch oder schlicht gefühlskalt. Gedämmtes Licht, stimmungsvolle Musik, Herzen, die Farbe Rot – all das und noch einiges mehr wird im Laufe unseres Lebens in unseren Gehirnen unter der Rubrik Romantik abgespeichert. Die Vorstellung davon, was romantisch ist, wird von Generation zu Generation weitergegeben, durch Medien aufrechterhalten und durch unsere eigenen Erfahrungen befeuert; selbst, wenn diese manchmal trügerisch sind.

Wieso wir an dem klassischen Verständnis von Romantik festhalten

In Liebesfilmen wird es uns sehr eindrucksvoll vorgemacht. Da schlendern verliebte Pärchen Hand in Hand einen schier endlos langen Sandstrand entlang und steuern geradewegs ihrem gemeinsamen Glück entgegen. Als Kinder lernen wir, dass vom Vater an die Mutter übergebene rote Rosen ein Liebesbeweis sind und emotionale Reaktionen auslösen können. Der Valentinstag gilt als Tag der Liebenden, und wer ihn verschmäht, ist entweder schrecklich unromantisch oder schlicht gefühlskalt. Gedämmtes Licht, stimmungsvolle Musik, Herzen, die Farbe Rot – all das und noch einiges mehr wird im Laufe unseres Lebens in unseren Gehirnen unter der Rubrik Romantik abgespeichert. Die Vorstellung davon, was romantisch ist, wird von Generation zu Generation weitergegeben, durch Medien aufrechterhalten und durch unsere eigenen Erfahrungen befeuert; selbst, wenn diese manchmal trügerisch sind.

Wieso wir an dem klassischen Verständnis von Romantik festhalten

Meist entscheiden wir uns dafür, unser erlerntes Verständnis von Romantik anzunehmen und Dinge wie etwa eine herab brennende Kerze oder abgezupfte und verstreute Rosenblätter mit großen Emotionen in Verbindung zu bringen oder aber, es abzulehnen und als kitschig und unnötig zu befinden. Das Fatale daran ist, dass wir in beiden Fällen die klassische Darstellung und Definition von Romantik akzeptieren, weil sie uns so vorgegeben wird. Dass das problematisch sein kann, zeigt sich spätestens, wenn sich zwei Menschen begegnen und ineinander verlieben, deren Einstellung zur Romantik unterschiedlich ist. Dann kann es sein, dass einer von beiden unglücklich ist, weil er das fehlende Romantik-Gen beim anderen mit mangelnder Zuneigung gleichsetzt. Oder aber einer der Partner versucht es ständig dem anderen recht zu machen und ihm seine Liebe durch Gesten zu beweisen, die mehr mit Überwindung zu tun haben als mit wahren Gefühlen. Oft neigen wir auch dazu, romantisch motivierte Taten unseres Partners oder unserer Partnerin zu belohnen, indem wir ihnen überschwängliche Freude demonstrieren und das, obwohl uns das Resultat nicht wirklich überzeugt. Aber immerhin hat er oder sie sich sichtlich Mühe gegeben, romantisch zu sein. Es gilt also, Erwartungen zu erfüllen. Schade nur, wenn diese nichts mit unseren wahren Gefühlen zu tun haben.

Was Romantik wirklich ist

Wenn die klischeehafte Vorstellung von Romantik uns nur oberflächlich berührt oder sogar abschreckt, ist es vielleicht an der Zeit, sie einmal zu überdenken. Und das kann und darf jeder für sich tun. Denn letztlich ist Romantik etwas sehr Persönliches und Individuelles. Dabei geht es nicht um bestimmte Gegenstände und Taten, sondern um das Gefühl, das man bei sich und einer anderen Person hervorruft. Eine romantische Stimmung kann abseits von Sonnenuntergängen und Kerzenschein entstehen. Sie braucht keine Blumen oder die zarten Klänge einer Violine. Sie braucht nur zwei Menschen, deren Seelen sich für einen Augenblick lang berühren und einander liebkosen. Das kann in allen erdenklichen Situationen geschehen und zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Wichtig ist nur, dass beide empfänglich für diese besondere Stimmung sind. Denn Zeitdruck, Stress und Streit sind wahre Romantik-Killer. Da hilft kein noch so schönes Ambiente.

Sind Männer weniger romantisch als Frauen?

Männern wird oft nachgesagt, dass sie weniger romantisch verlangt sind als Frauen. Dabei ist die Fähigkeit, wahre und tiefe Gefühle für einen anderen Menschen zu empfinden und diese auszudrücken nicht abhängig vom Geschlecht. Häufig ist es aber so, dass Männer weniger offen über ihre Gefühle reden und sie auf eine andere Art äußern als Frauen. Sie sehen sich daher manchmal genötigt, auf die klassischen Mittel zurückzugreifen, um ihren Partnerinnen ihre Liebe zu beweisen. Das geschieht bisweilen in den Augen der Damen zu selten oder nur mit Widerwillen, was zur Folge hat, dass die Herren der Schöpfung als unromantisch abgestempelt werden. Was ihnen aber tatsächlich fehlt, ist oft einfach nur der Mut, ihren Gefühlen auf ihre eigene Weise Ausdruck zu verleihen oder auch die passenden Ideen. Dann ist es eben einfacher, zwei Plätze für ein vermeintlich romantisches Candle Light Dinner in einem noblen Restaurant zu reservieren und so seiner Pflicht Genüge zu tun. Dabei hätte ihre Liebste es vielleicht ebenso romantisch wie sie selbst empfunden, nachts mit einer Flasche Wein durch die menschenleere Stadt zu schlendern und sich unter einer Straßenlaterne zu küssen.

Romantik kann so schön sein, wenn …

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Romantik nicht kitschig ist oder zumindest nicht sein sollte. Sie kann sogar etwas sehr Schönes sein. Romantik entsteht in unseren Köpfen und in unseren Herzen. Mit etwas Einfühlungsvermögen, gegenseitigem Interesse und der Lust, sich eigene Gedanken zu machen, kann jeder romantische Situationen herbeizaubern und genießen. Diese dürfen unabhängig von irgendwelchen gängigen Vorstellungen ganz individuell und abwechslungsreich sein. Oft genügt schon ein tiefer Blick über den gedeckten Tisch direkt in die Augen der oder des Liebsten, auch wenn auf den Tellern kein köstlich zubereiteter Hummer, sondern Bratwürste mit Senf liegen. Und das Gänseblümchen von der Weide kann genauso romantisch sein wie die sündhaft teuren langstieligen Edelrosen vom Floristen, wenn es mit Liebe gepflückt wurde. Romantisch zu sein, bedeutet Aufmerksamkeit zu schenken und dem anderen das Gefühl zu geben, etwas Besonderes zu sein. Denn dann entsteht Nähe zwischen zwei Menschen und somit echte Romantik.

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