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Immer nur lieb und nett sein? Ein Riesenfehler!

Immer nur lieb und nett sein? Ein Riesenfehler!

Bist du auch einer dieser Menschen, der ganz eindeutig zu den Guten zählt und der immer freundlich, höflich und hilfsbereit ist? Im Grunde ist nett zu anderen zu sein ein lobenswertes Verhalten und eigentlich solltest du mit deiner Art ziemlich beliebt bei deinen Mitmenschen sein. Vielleicht musstest du aber auch schon feststellen, dass immer nur freundlich zu sein dir Nachteile bringt. Doch zu lieb zu sein kann nicht nur dir schaden, sondern auch anderen und sogar deine Beziehungen zu anderen Menschen gefährden.

Warum du einfach zu nett bist

Wahrscheinlich bist du eine sehr harmoniebedürftige Person. Streit, Zank und schlechte Stimmung kannst du nicht leiden. Du möchtest nicht dafür verantwortlich sein, dass sich jemand deinetwegen schlecht fühlt und magst es nicht, andere Menschen zu enttäuschen. Oftmals glauben wir selbst, dass wir nett zu anderen sind, weil wir sie sehr schätzen oder lieben und es natürlich sein sollte, dass sich das auch in unserem Verhalten widerspiegelt. Dabei steckt hinter unserer übertriebenen Freundlichkeit manchmal etwas ganz anderes. Wir fürchten Konflikte, haben Angst vor Kritik und Ablehnung oder wollen Beziehungen nicht aufs Spiel setzen.

Zu lieb sein ist schädlich

Ganz gleich, was dich dazu bringt, immer lieb zu sein – ob es mangelndes Selbstvertrauen ist, die Angst vor Abweisung oder einfach deine große Menschenliebe und dein herzliches Wesen – mit einer Überdosis an Freundlichkeit tust du dir auf Dauer keinen Gefallen. Und schlimmer noch: Du kannst auch deinen Mitmenschen Schaden zufügen und riskierst dabei, Freundschaften und das Vertrauensverhältnis zu deinen Liebsten zu zerstören.

Das klingt in deinen Ohren übertrieben? Dann sieh dir an, was zu lieb zu sein alles anrichten kann:

1. Du lässt dich ausnutzen und vergeudest deine Zeit

Freunden beim Umzug helfen, den Bruder finanziell unterstützen, wenn es mal wieder eng wird und sich den ewig langen Monolog des engagierten Verkäufers anhören – alles Dinge, die du bereitwillig tust, obwohl du vielleicht gar keine Lust dazu hast. Du möchtest schließlich niemanden vor den Kopf stoßen und wenn du helfen kannst oder jemandem ein gutes Gefühl vermitteln, dann tust du das natürlich. Dabei beachtest du nicht, dass du womöglich das eine oder andere Mal schlichtweg ausgenutzt wirst, weil du einfach nicht “Nein“ sagen kannst. Überlege dir außerdem, wie viel deiner wertvollen Lebenszeit du anderen schon geschenkt hast, ohne etwas dafür zurückzubekommen. Zeit, die du in dich und deine Aufgaben, Pläne und Wünsche hättest investieren können.

2. Du wirst immer wieder enttäuscht

Wenn du immer und zu jedem nett bist, erwartest du natürlich auch, dass man dir mit der gleichen Freundlichkeit begegnet. Dabei stellst du immer wieder fest, dass andere es mit dem Geben und Nehmen nicht ganz so ernst nehmen wie du und es ihnen offensichtlich viel leichter fällt als dir, erst einmal an sich zu denken. Du kannst einfach nicht verstehen, warum die Menschen, die du so respektvoll behandelst und deren Bedürfnisse du über deine stellst, nicht ebenso einfühlsam und sensibel sind wie du. Das verletzt und enttäuscht dich. Vielleicht haben diese Menschen dir aber einfach etwas voraus. Sie sind nicht bereit dazu, sich für andere zu verbiegen und du solltest lernen, das auch nicht zu tun.

3. Du nervst und wirst uninteressant

Mit deiner freundlichen Art machst du dich nicht immer nur beliebt, denn übertriebene Nettigkeit kann auch nervend sein. Die Wünsche anderer Menschen zu erfüllen, noch bevor sie sie ausgesprochen haben, hat zwar etwas sehr Hingebungsvolles, wirkt aber auch ziemlich unterwürfig. Gerade in einer Partnerschaft kannst du deinem Freund oder deiner Freundin damit das Gefühl vermitteln, dass du von seiner oder ihrer Zuneigung abhängig bist. Das macht dich auf Dauer uninteressant, denn du präsentierst dich nicht als Partner auf Augenhöhe. Aber auch im Freundeskreis, in dem du als der oder die Liebe bekannt bist, könntest du manches Mal belächelt werden. Schließlich wissen deine Bekannten, dass du praktisch alles mit dir machen lässt, nur um zu gefallen.

4. Du behinderst andere in ihrer Entwicklung

Es ist schön, Menschen zu umsorgen, die man liebt. Wenn dieses Umsorgen aber derart ausufert, dass man ihnen alle Mühen abnimmt, ihnen alle Steine aus dem Weg räumt und versucht, es ihnen so bequem wie möglich zu machen, schadet man ihnen. Sie werden unselbstständig, faul und verlieren den Antrieb, Dinge auch mal selbst anzupacken. So etwas kann passieren, wenn du zu deinen Kindern immer nur lieb bist, aber auch in einer Beziehung, in der du alles für deinen Partner tust.

5. Du mutierst in den Augen anderer zum Bösewicht

Eines der größten Probleme von “zu lieb sein“ ist, dass du in den Augen anderer irgendwann zum Bösewicht mutierst – also zum kompletten Gegenteil von dem, als das du eigentlich wahrgenommen werden möchtest. Dein Drang, es anderen immer recht machen zu wollen und so Konflikte und Enttäuschungen zu vermeiden, bringt dich dazu, deine eigenen Bedürfnisse permanent zu unterdrücken. Das führt dazu, dass du innerlich immer unzufriedener wirst. Du ärgerst dich über Dinge, die du nicht aussprichst, und dieser Ärger staut sich irgendwann so auf, dass er mit voller Wucht aus dir herausbricht. Damit überraschst du deine Mitmenschen, die dich bis dahin immer nur als geduldige und verständnisvolle Person kannten. Plötzlich wirkst du auf sie böse, nur weil du einmal ein Verhalten zeigst, dass sie so nicht erwartet haben.

Bleib nett, aber sei ehrlich und authentisch

Freundlichkeit und Höflichkeit sind Eigenschaften, die gern gesehen sind. Wenn du also ein ausgesprochen netter Mensch bist, dann darfst und sollst du das natürlich auch bleiben. Wichtig ist dabei aber, dass du ehrlich und authentisch bist. Das heißt, dass du deine Meinung aussprechen solltest, auch wenn sie sich von der anderer unterscheidet. Dabei kannst du unterstreichen, dass du die Ansichten deines Gesprächspartners akzeptierst, sie aber eben nicht teilst. Wenn du einer Bitte nicht nachkommen kannst oder möchtest, dann darfst du freundlich, aber bestimmt darauf hinweisen. Und vergiss bei aller Nettigkeit nicht, auch dir selbst gegenüber nett zu sein. Deine Bedürfnisse sind ebenso wichtig wie die deiner Mitmenschen. Teile sie anderen mit und achte darauf, dass sie nicht übergangen werden. Sonst wirst du irgendwann verbittert feststellen, dass nett sein sich nicht lohnt – und das wäre doch wirklich schade.

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