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Deshalb ist Distanz in einer Beziehung genauso wichtig wie Nähe

Deshalb ist Distanz in einer Beziehung genauso wichtig wie Nähe

Rät man zwei frisch Verliebten, dass sie auch mal etwas getrennt unternehmen und nicht ständig aufeinaderhocken sollen, erntet man allenfalls verständnislose Blicke, bevor beide Hand in Hand wieder hinter Wolke sieben verschwinden. Die erste Phase der Verliebtheit ist meistens geprägt vom Verlangen, den oder die Liebste unentwegt um sich zu haben. Das ist nicht weiter verwunderlich, schließlich gibt es so viel Neues und Spannendes aneinander zu entdecken. Unerträglich der Gedanke, die wertvolle gemeinsame Zeit mit belanglosen Dingen oder langweiligen Menschen zu vergeuden, während man doch die Nähe seines Traumprinzen oder seiner Traumprinzessin genießen könnte.

Wenn das wilde Herzklopfen sich mit der Zeit mäßigt und die Hormone etwas zur Ruhe kommen, beginnen Paare langsam ihre Umwelt wieder wahrzunehmen. Jetzt kehren alte Interessen zurück, wie die Freude daran, sich auch mit anderen Personen außerhalb der Beziehung zu umgeben und auszutauschen, die Lust, sich seinen Hobbys zu widmen oder sich einfach mal Zeit nur für sich zu nehmen. Der Wunsch nach Distanz zum Partner ist keine Entscheidung gegen die Beziehung, sondern lediglich das Verlangen nach etwas eigenem Freiraum. Dieser Freiraum, den jeder der beiden Partner für sich benötigt, ist genauso wichtig für die Partnerschaft, wie der Kontakt, der immer wieder zueinander gesucht werden sollte. Gelingt es beiden, eine ausgewogene Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden, ist ein wichtiger Grundstein für eine lange und glückliche Partnerschaft gelegt.

Doch warum ist Distanz in einer Beziehung so wichtig und wie kann es gelingen, eine gesunde Balance zwischen Abstand und Nähe herzustellen? Wir haben die Antworten für euch.

Es ist befreiend, die Erwartungen an sich selber zu erfüllen

Ob es die Arbeit im Homeoffice ist, die dringend notwendige Pflege des Gartens oder das Ausmisten der Garage, die aus allen Nähten zu platzen droht – hat man sich das Ziel gesetzt, etwas zu erledigen, drehen sich die eigenen Gedanken um die vor einem liegenden Aufgaben. Zuviel Nähe vom Partner kann hier regelrecht nerven – besonders, wenn dieser meint, alles besser zu wissen oder einen nur ablenkt. Manchmal lassen sich Aufgaben nicht so organisieren, dass jeder einen Teil erledigt oder man friedlich zusammenarbeitet. Oft hat aber auch einer von beiden gar keine Lust darauf, sich nützlich zu machen. Alles unproblematisch, solange man dem Partner, der gerade im Begriff ist zur Höchstform aufzulaufen, seine Ruhe lässt, um die Arbeiten, die er erledigen möchte, anzugehen und zu meistern. Denn danach fühlt er sich wie befreit und hat auch ganz sicher wieder Lust auf mehr Nähe und gemeinsame Qualitätszeit.

Das Pflegen seiner Interessen sorgt für Harmonie

Jemanden zu lieben ist nicht gleichbedeutend damit, sich selbst aufzugeben. Deshalb sollten beide Partner darauf achten, ihren eigenen Interessen genügend Raum zu lassen – auch oder gerade dann, wenn diese sehr unterschiedlich sind. Das kann bestimmte Hobbys umfassen, aber auch Treffen mit Freunden, die vor der Beziehung schon da waren. Dem Partner zuliebe darauf zu verzichten, bringt auf Dauer nur Frust und der fieberhafte Versuch, alles gemeinsam zu machen, kann nach hinten losgehen, wenn der begleitende Partner keinen Spaß hat und die Stimmung deshalb letztlich angespannt ist. Besser ist es, wenn beide sich Zeit nehmen für die Dinge, die ihnen persönlich wichtig sind und sich anschließend glücklich und zufrieden wieder in die Arme schließen. So ist es ein Leichtes, die Nähe des anderen in vollen Zügen zu genießen.

Durch das Sortieren seiner Gedanken erhält man einen klaren Blick

Jeder kennt das Gefühl, wenn man sich einfach nach ein wenig Ruhe sehnt; sei es, weil etwas passiert ist, das einen aufgewühlt hat oder man einen stressigen Tag hatte. Manchmal muss man seine Gedanken sortieren, die eigenen Gefühle erspüren und hinterfragen oder in Stille neue Energie sammeln. Dann kann es als störend empfunden werden, wenn der Partner immerzu um einen ist und man vor lauter Fragen und gut gemeinter Ratschläge nicht dazu kommt, in sich hineinzuhorchen. In solchen Fällen ist es gerechtfertigt, auf liebevolle Weise etwas Distanz einzufordern. Ein verständnisvoller Partner sollte hierauf gelassen reagieren und abwarten, bis der andere von sich aus auf ihn zukommt und das Gespräch sucht. In der Regel geschieht das ohnehin, sobald der Freund oder die Freundin sich beruhigt hat und die Situation für sich ordnen konnte. Mit einem klaren Blick auf die Dinge fällt es beiden leichter, Entscheidungen zu treffen, Lösungen zu finden oder unliebsame Vorfälle einfach abzuhaken. Und schon steht die Nähe zueinander wieder im Vordergrund.

Das Interesse aneinander bleibt erhalten

Der Partner oder die Partnerin ist auf Geschäftsreise und man kann es kaum erwarten, bis man sich wieder in den Armen liegt. Räumliche Distanz befeuert die Sehnsucht nacheinander und sorgt für Vorfreude und glückliche Wiedersehensmomente. All das wird begleitet von neuem Gesprächsstoff, der die Kommunikation zwischen den Liebenden anheizt und am Leben erhält. Denn immer dann, wenn man getrennt voneinander etwas unternimmt, gibt es viel zu erzählen. Hinzu kommt, dass kleine Auszeiten dafür sorgen, dass beide Partner zwar viel aneinander denken, sich aber auch auf sich besinnen können. Das trägt dazu bei, dass sie das bleiben können, was sie sind: eigenständige Persönlichkeiten, die für ihren Partner attraktiv bleiben, weil sie selbstbewusst und stark sind und trotz Beziehung unabhängig – aber dennoch bereit, Nähe zu geben und zu empfangen.

Oft ist es in Partnerschaften nicht ganz einfach, die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Denn Menschen haben ein unterschiedlich stark ausgeprägtes Verlangen nach diesen beiden wichtigen Beziehungszutaten. Trifft jemand, der eine stark ausgeprägte Sehnsucht nach Nähe hat, auf jemanden, der viel Freiraum für sich braucht, kann es zu Missverständnissen und Vorwürfen kommen. Hier hilft nur ein offenes Gespräch, viel Einfühlungsvermögen und das langsame Herantasten an die goldene Mitte, die für beide eine erfüllende Basis bildet. In jedem Fall gilt, dass der Wunsch nach etwas Distanz nichts mit Egoismus zu tun hat und nicht unterdrückt werden sollte. Ein Zuviel kann aber genauso wie ein Zuwenig einer Beziehung schaden und bei einem der Partner den Eindruck entstehen lassen, dass er nicht geliebt wird und nicht wichtig sei.

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