Kann eine Beziehung zu gut laufen?

Kann eine Beziehung zu gut laufen?

In jeder Beziehung gibt es mal Unstimmigkeiten und Streit. Oder etwa doch nicht? Kann es sein, dass manche Partnerschaften so harmonisch verlaufen, dass man sie schon als zu gut bezeichnen könnte? Wir alle kennen diese Menschen, die so wirken, als seien sie wie füreinander gemacht – Paare, die offensichtlich immer gleicher Meinung und unendlich glücklich und verliebt sind. Doch ist diese Harmonie wirklich echt und wenn ja, wie viel Harmonie tut einer Beziehung gut?

Woher kommen unsere Zweifel, wenn eine Beziehung gut läuft?

Egal, ob wir bei uns selbst feststellen, dass unsere Beziehung richtig gut läuft oder bei anderen Paaren beobachten, dass sie eine tolle Beziehung führen, irgendwie beschleicht uns das Gefühl, dass hier etwas nicht ganz stimmt. Entweder erwarten wir, dass es zwangsläufig zu einem Knall kommen muss und sich herausstellt, dass alles doch nicht so rosig ist, wie es scheint, oder wir vermuten, dass es unter der Oberfläche der Beziehung insgeheim brodelt. Wir sind uns nur noch nicht im Klaren darüber, wo die versteckten Probleme liegen. Dabei ist eine gut laufende Beziehung doch genau das, was wir uns alle wünschen. Doch wenn wir sie erst einmal haben, trauen wir der ganzen Sache einfach nicht. Woher kommen diese Zweifel?

Wir werden im Laufe unseres Lebens durch unterschiedliche Erfahrungen geprägt. Manche von ihnen lehren uns, dass eine Partnerschaft zu führen anstrengend ist und viel Leid mit sich bringen kann. Wenn wir beispielsweise schon als Kinder mitbekommen, dass die Ehe der eigenen Eltern alles andere als optimal war und diese sich vielleicht auch haben scheiden lassen, ist der erste Grundstein für das Misstrauen gegenüber guten Beziehungen gelegt. Aber auch unsere eigenen Partnerschaften hinterlassen ihre Spuren. Wer schon öfter Pech in der Liebe hatte, betrogen und belogen wurde oder in einer toxischen Beziehung war, kann sein Glück im wahrsten Sinne des Wortes nicht fassen, wenn er sich dann in einer Partnerschaft wiederfindet, die richtig gut läuft. Gute Beziehungen sind also für viele von uns beängstigend, weil wir regelrecht erwarten, dass sich dieser traumhafte Zustand früher oder später ändern wird oder weil wir glauben, dass wir uns nur etwas vormachen.

Wann ist eine Beziehung wirklich gut?

Vielleicht liegt es auch an unserer Wunschvorstellung von einer guten Beziehung, dass wir ihr nicht über den Weg trauen. Wenn für uns eine gute Beziehung zu führen bedeutet, dass ein Paar immer derselben Meinung ist und nie streitet, dann sollten wir tatsächlich vorsichtig sein. Der Grund für ein Übermaß an Harmonie kann nämlich darin liegen, dass einer der Partner sich bewusst immer zurücknimmt, um Konflikte zu vermeiden. Ist er dabei wirklich glücklich? Sicher nicht! Zwar sorgt er mit seinem Verhalten dafür, dass es nicht zu Auseinandersetzungen kommt, aber langfristig wird er immer unzufriedener, weil er seine eigenen Bedürfnisse zurückstellt. In einer wirklich guten Beziehung sollten aber beide Partner glücklich sein. Das geht nur, wenn sie offen zueinander sind, sich einander anvertrauen und sich gegenseitig auch Dinge erzählen können, von denen sie wissen, dass der andere sie nicht befürworten wird. Wichtig ist dann, dass sie einen gemeinsamen Weg finden, mit ihren unterschiedlichen Ansichten und Wünschen umzugehen und bereit sind, an Lösungen zu arbeiten, die beiden entgegenkommen. Konflikte sind also wichtig für eine Beziehung und gehören zu einer guten Partnerschaft dazu. Das bedeutet natürlich nicht, dass man sie künstlich provozieren muss, aber beide Partner sollten die Bereitschaft mitbringen, sie auszutragen, wenn sie entstehen und nicht um jeden Preis versuchen, sie zu verhindern.

Erwartungen zurückschrauben und trotzdem die guten Zeiten genießen

Wenn du dich aktuell in einer Beziehung befindest, die deiner Meinung nach zu gut läuft, dann entspann dich und genieße. Es kann sein, dass du und dein Partner oder deine Partnerin einfach sehr gut zusammenpasst. Sollte es dann doch mal zu Reibereien zwischen euch kommt, bleib gelassen. Ein Konflikt ist erst einmal nur ein Anzeichen dafür, dass ihr euch miteinander beschäftigt und eure unterschiedlichen Ansichtsweisen zulasst und wahrnehmt. Möglicherweise seid ihr beide aber auch noch viel zu verliebt, um zu erkennen, dass es in Zukunft zu der einen oder anderen Auseinandersetzungen kommen wird. Erschrick nicht, wenn es soweit ist. Der erste Streit bedeutet nicht automatisch, dass eure Beziehung nicht gut ist. Er bietet euch viel mehr die Möglichkeit, einen guten Umgang miteinander zu finden und so eure Partnerschaft langfristig auf einem stabilen Fundament zu erbauen.

Sollte deine Beziehung aber eher von Außenstehenden als von dir selbst für zu gut gehalten werden, lohnt es sich, zu hinterfragen, wie jemand zu der Annahme kommen kann. Vielleicht haben du und dein Partner oder deine Partnerin es sich zum Ziel gesetzt, eine möglichst harmonische Beziehung zu führen. Das ist zwar ein schöner Vorsatz, birgt aber die Gefahr in sich, dass ihr Auseinandersetzungen scheut, was zu Folge haben kann, dass unausgesprochene Konflikte sich anstauen und zu ernsthaften Problemen heranwachsen können.

Fazit: Es gibt gesunde Beziehungen, aber keine zu guten

Eine Beziehung ist gut, wenn beide Partner überwiegend glücklich miteinander sind. Gelegentliche Auseinandersetzungen machen sie nicht schlecht. Genauso macht gespielte Harmonie sie nicht besser. Eine Beziehung als zu gut zu bewerten, bedeutet, dass unterschwellige Ängste mitschwingen oder dass ein Partner oder sogar beide sich verstellen. Beides kann eine Beziehung belasten. Das Ziel sollte es immer sein, eine gesunde Beziehung zu führen. Dazu gehört es auch, über Ängste und Sorgen zu sprechen und den Mut aufzubringen, sich dem Partner gegenüber authentisch zu zeigen.

Solltest du also das Gefühl haben, dass deine Beziehung zu gut läuft, dann sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin. Vielleicht wird er oder sie dich liebevoll belächeln und dir deine Sorgen nehmen können. Vielleicht kommt dabei aber auch heraus, dass es ein paar Punkte gibt, über die ihr reden solltet. In jedem Fall sorgst du mit einem klärenden Gespräch dafür, dass eure Beziehung gesund bleibt oder gesund wird. Denn quälende Gedanken und Unsicherheiten sollten in einer guten Beziehung keinen Platz haben.

3 + 1 Tipps, um leichter runterzukommen

3 + 1 Tipps, um leichter runterzukommen

Stress im Job, private Verpflichtungen, tausend Pläne und Träume und vielleicht noch das eine oder andere Problem, das uns durch den Kopf geistert – manchmal können wir einfach nicht zur Ruhe kommen. Man muss kein Workaholic sein, um sich irgendwann in einem sich immer weiterdrehenden Hamsterrad wiederzufinden. Oft sind es Umstände, die wir kaum kontrollieren können und zu viele Einflüsse von außen, die gnadenlos auf uns einprasseln, welche uns überfordern und um den Schlaf bringen. Deshalb ist es umso wichtiger, regelmäßig abzuschalten, um Körper und Seele eine Pause zu gönnen und nicht regelrecht auszubrennen oder krank zu werden.

Es ist nicht so, dass wir es nicht bemerken, wenn wir dringend eine Auszeit benötigen. Nur leider greifen wir viel zu oft zu den falschen Mitteln, um uns abzulenken und vermeintliche Zerstreuung zu finden. Ein Gläschen Wein, um zu entspannen, etliche Stunden vor dem Fernseher, um auf andere Gedanken zu kommen oder noch ein paar sowieso fällige Handgriffe in der Wohnung, um den unter Strom stehenden Körper zu ermüden, damit wir einschlafen können – so oder so ähnlich sieht das tägliche “Abschaltprogramm“ bei vielen von uns aus. Der Erfolg ist mäßig und lässt auf Dauer zu wünschen übrig. Wie du es in Zukunft besser machen kannst und entspannter durch den Alltag kommst, haben wir in unseren 3 Tipps für dich zusammengefasst.

1. Mit kleinen Ritualen leichter abschalten und zur Ruhe kommen

Kleine Rituale können dich dabei unterstützen, zwischendurch immer mal wieder abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Du kannst sie an bestimmten Tageszeiten ausrichten oder an sich wiederholende Tätigkeiten koppeln – ganz so, wie es am besten für dich passt. Wichtig ist, dass du sie fest in deinen Alltag integrierst und so mit einfließen lässt, dass sie Stressphasen unterbrechen und eine Erholungsphase einleiten. Beispiele für solche Rituale sind:

Das Feierabendritual

Nach der Arbeit nach Hause zu kommen und sofort den täglichen Haushaltspflichten nachzugehen, führt nur dazu, dass du unter Dauerspannung stehst. Mit einem Feierabendritual kannst du einen klaren Schnitt zwischen Arbeits- und Privatleben setzen und so befreiter in den nächsten Tagesabschnitt starten. Du könntest zum Beispiel duschen und deine Kleidung wechseln, eine Kaffeepause machen oder alle Fenster aufreißen und einfach ein paar Minuten hinausschauen und tief durchatmen.

Das Pausenritual

Ob es die täglichen kleinen Aufgaben sind, die du zu erledigen hast oder der Großputz am Wochenende – es gibt immer etwas zu tun. Deshalb musst du darauf achten, nicht in einem permanenten Leistungsmodus zu verfallen. Pausenrituale können ganz unterschiedlich ausfallen. Kurze Spaziergänge, Dehn- und Fitnessübungen oder kurze Nickerchen eignen sich hervorragend, um die Kraftreserven wieder aufzutanken.

Das Abendritual

Viele Menschen haben gerade am Abend das Problem, dass sie nicht zur Ruhe kommen können. Wenn du auch dazu gehörst, solltest du ein Abendritual einführen. So signalisierst du deinem Körper, dass es Zeit wird, zu entspannen. Dein Abendritual könnte beinhalten, dass du dich bettfein machst, eine halbe Stunde liest oder ein erholsames Bad nimmst.

2. Durch einfaches Aufschreiben Kopf und Seele entlasten

Oft ist es das unentwegte Gedankenkarussell in unserem Kopf, das uns daran hindert, runterzukommen und zu entspannen. Termine, Aufgaben, Sorgen, Pläne – all das vermischt sich zu einem chaotischen Wirrwarr, das uns gerade dann keine Ruhe lässt, wenn wir beschließen, mal kurz die Füße hochzulegen oder schlafen wollen. Was dann helfen kann, ist es, sich den Kopf frei zu schreiben. Schnapp dir ein schönes Notizbuch und schreib einfach alles runter, was dir in den Sinn kommt. Wenn du es lieber geordneter magst, kannst du auch mit unterschiedlichen Listen, die du nach Themen sortierst, arbeiten oder mit farbigen Notizzetteln. Probiere einfach aus, welches System sich für dich am besten anfühlt. Die Hauptsache ist, dass du eins findest, das es dir erlaubt, ohne viel Aufwand deine Seele zu entlasten und den Kopf freizubekommen.

3. Reizüberflutung stoppen und sich vor Überforderung schützen

Nach einem harten Tag den Fernseher anschmeißen und sich berieseln zu lassen oder stundenlang im Internet zu surfen und sich in den unendlichen Weiten von Social Media zu verlieren, ist keine gute Idee, wenn du wirklich runterkommen möchtest. Damit sorgst du nur dafür, dass dein Gehirn unter Dauerbeschuss steht und einen Haufen unnötiger Informationen verarbeiten muss. Hinzu kommt, dass du möglicherweise ganz ungefiltert Nachrichten konsumierst, die dich beunruhigen und dich erst recht daran hindern, dich seelisch zu erholen. Deshalb solltest du deinen Medien- und Online-Konsum reduzieren und auf bestimmte Zeiten begrenzen. Achte darauf, dass diese Zeiten nicht unmittelbar vor deinen geplanten Ruhephasen liegen.

Erste-Hilfe Maßnahmen für schnelles Runterkommen

Manchmal wird uns einfach alles zu viel – entweder, weil wir nicht darauf geachtet haben, uns rechtzeitig eine Pause zu gönnen oder einfach, weil so viel auf einmal auf uns einprasselt, dass wir uns komplett überfordert fühlen. Dann zu wissen, wie man schnell für etwas Entspannung sorgt, um den Überblick zurückzuerlangen und diese herausfordernde Situation durchzustehen, ist Gold wert. Deshalb haben wir hier für dich einige Erste-Hilfe Maßnahmen für schnelles Runterkommen:

  • Gehe kurz vor die Tür und mach eine Runde um den Block.
  • Lächle, fang an zu singen oder dreh das Radio auf und höre Musik.
  • Schließe für einen Moment die Augen und atme ein paarmal ganz bewusst tief ein und aus.
  • Sofern es die Umstände zulassen, schreie laut, tobe oder weine, wenn dir danach ist.
  • Lasse dich von einer lieben Person ganz fest in den Arm nehmen und drücken.
  • Nimm dir einen Zettel und schreib auf, was dich gerade so aufwühlt. Was kannst du an andere abgeben, was lässt sich verschieben und was davon ist gar nicht so bedeutend, wie du zuerst dachtest?
  • Denk dir eine Belohnung aus, auf die du dich richtig freust und die du dir sofort gönnen wirst, nachdem du diese stressige Situation bewältigt hast.

Sich fürs Fremdgehen rächen? Besser nicht!

Sich fürs Fremdgehen rächen? Besser nicht!

Das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, ist schmerzhaft und löst oft das Bedürfnis aus, sich wehren zu wollen. Besonders schwer zu ertragen ist die Feststellung, dass der eigene Partner oder die Partnerin fremdgegangen ist. Selbst wenn es sich bei dem Seitensprung “nur“ um einen sogenannten Ausrutscher gehandelt hat, kann die Erkenntnis, dass man hintergangen wurde, Rachegelüste hervorrufen. Stellt sich aber heraus, dass der oder die Liebste uns über einen längeren Zeitraum hinweg arglistig betrogen hat oder sogar mehrere heimliche Affären hatte, können wir das Bedürfnis nach Rache kaum unterdrücken.

Wenn du selbst betrogen worden bist und mit starken Rachegelüsten zu kämpfen hast, wollen wir dich mit diesem Artikel dazu anregen, deine Rachepläne zu überdenken, bevor du sie in die Tat umsetzt. Außerdem zeigen wir dir, wie du mit deinem Verlangen nach Rache stattdessen umgehen kannst.

Deshalb solltest du dich nicht an einem Fremdgeher rächen

Für die meisten Menschen ist Fremdgehen ein handfester Trennungsgrund und mit nichts zu entschuldigen. Verständlich, denn wenn man sich auf eine monogame Beziehung geeinigt hat und einer der Partner heimlich für sich andere Spielregeln aufstellt, ist das Vertrauen, das als Grundstein einer Partnerschaft gilt, tief erschüttert. Nach einem Betrug das Bedürfnis zu entwickeln, den Partner für diesen Vertrauensmissbrauch und die damit verbundene Demütigung bestrafen zu wollen, ist verständlich und absolut menschlich. Doch auch wenn Rache Genugtuung für den erlittenen Schmerz verheißt, ist es nicht immer ratsam, sich an einem Fremdgeher zu rächen.

Rache kann dich in Schwierigkeiten bringen

Ihren vierbeinigen, pelzigen Liebling zu entführen oder seinen heiß geliebten Wagen zu zertrümmern, klingt für Seitensprung-Opfer erst einmal nach einer durchaus gerechtfertigten Reaktion. Doch Vorsicht! Nicht alles, was sich nach einem Betrug für dich nach ausgleichender Gerechtigkeit anfühlt, ist erlaubt. Wenn du Pech hast, handelst du dir mit deiner unüberlegten Racheaktion Ärger in Form von rechtlichen Konsequenzen ein. Nach alledem, was du ohnehin schon erleiden musstest, solltest du dir nicht auch noch selbst schaden und schon gar nicht wegen eines Menschen, der dich schamlos hintergangen hat.

Rache kann dazu führen, dass du dich noch schlechter fühlst

Sich einfach mal zu bedanken, bei den Menschen, die immer für uns da sind, die sich aufopferungsvoll um uns kümmern und uns in jeder Lebenslage beistehen; dafür bietet der Internationale Dankeschön-Tag den passenden Rahmen. Er erinnert uns daran, dass wir so vieles einfach als selbstverständlich hinnehmen und oft merken wir erst, was wir an jemandem haben, wenn diese wertvolle Person nicht mehr an unserer Seite ist. Ein schöner Tag also, um sich zu überlegen, wem du von Herzen Danke sagen möchtest.

Rache versetzt deiner Beziehung den letzten Todesstoß

Kurz nachdem du vom Seitensprung deines Partners oder deiner Partnerin erfährst, bist du dir vermutlich ziemlich sicher, dass du eure Beziehung auf der Stelle beenden willst. Je nachdem, wie dein Partner sich verhält und wie stark du noch an ihm hängst, kann es aber sein, dass du nach ein paar Tagen deine Meinung änderst. Möchtest du eurer Beziehung doch noch eine Chance geben, ist es natürlich nicht gerade förderlich für euere gemeinsame Zukunft, wenn du erst einmal deine Rachegelüste auslebst. Schließlich gibt es schon genug, was ihr gemeinsam aufzuarbeiten habt.

Rache behindert den Verarbeitungsprozess

Du wirst das Bedürfnis, dich für den Fehltritt deines Partners rächen zu wollen, wahrscheinlich nicht unterdrücken können. Was du aber verhindern kannst, ist, dass du dich in Rachepläne verstrickst, die es dir unmöglich machen, das Geschehene irgendwann hinter dir zu lassen. Wenn man erfährt, dass einen der eigenen Partner betrogen hat, setzt ein Verarbeitungsprozess ein. Dieser Verarbeitungsprozess kann je nach Persönlichkeit kürzer oder länger ausfallen und aus unterschiedlichen Phasen bestehen. Wenn du dich dazu hinreißen lässt, dich an deinem Partner für seinen Seitensprung zu rächen, kann es sein, dass du diesen Prozess unnötig in die Länge ziehst. Denn du erlaubst es dir, dich weiterhin mit einem Menschen zu beschäftigen, den du eigentlich aus deinem Leben streichen möchtest.

Wie kannst du mit deinen Rachegedanken umgehen?

Ganz gleich, ob du selbst hinter die Machenschaften deines Partners kommst oder er dir gesteht, dass er fremdgegangen ist – diese Nachricht wird dich erst einmal aus der Bahn werfen. Das Schlimmste, das du jetzt tun kannst, ist unüberlegt eine Dummheit zu begehen. Du befindest dich in einem emotionalen Ausnahmezustand und solltest nicht im Affekt handeln. Besser ist es, wenn du dich erst einmal zurückziehst, den ersten Schmerz verdaust und – falls es dir hilft – mit jemandem redest, dem du vertraust. Solltest du Rachegedanken entwickeln, darfst du diese natürlich als Teil des Verarbeitungsprozesses zulassen. Sie können dir sogar dabei helfen, die erste schwierige Zeit nach dieser Hiobsbotschaft zu überstehen. Denn während du dich damit beschäftigst, wie du dich an deinem Peiniger rächen könntest, verspürst du einen inneren Antrieb, der dich davor bewahren kann, in einem Sumpf voll Trauer und Selbstmitleid zu versinken. Das bedeutet aber nicht, dass du deine Rachepläne in die Tat umsetzen musst. Es kann schon eine Genugtuung sein, zu wissen, wie und dass man dem Fremdgeher Schaden zufügen könnte, wenn man nur wollen würde.

Wenn es dir gelingt, dich eine Weile mit deinen Rachegelüsten auseinanderzusetzen, ohne wirklich Rache zu üben, wirst du bemerken, dass sie mit der Zeit immer weniger werden. Das geschieht umso schneller, je mehr du dich wieder auf dich konzentrierst und deine Kraft dafür aufwendest, dich auf die Zukunft und auf dein neues Leben ohne deinen Ex-Partner zu fokussieren. Das Schöne dabei ist, dass du, sobald du den ersten Schock überwunden hast, auch wirklich frei für dieses neue Leben bist und dich nicht noch mit irgendwelchen Konsequenzen herumschlagen musst, die dir eine unüberlegte Racheaktion womöglich eingebracht hätte.

Emotionale Erpressung in der Beziehung: Das sind die Gründe

Emotionale Erpressung in der Beziehung: Das sind die Gründe

Vielleicht kennst du dieses nagende Gefühl, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil du einen Wunsch deines Partners nicht erfüllt hast und er dann mit Vorwürfen und großer Enttäuschung reagiert. Vielleicht bist du aber auch derjenige, der bewusst oder unbewusst versucht, seinen Partner zu manipulieren, damit er nach seiner Pfeife tanzt. Emotionale Erpressung kommt in nahezu jeder Beziehung vor – in einigen nur ab und an, in anderen in einem derartigen Ausmaß, dass der Erpresste sich immer wieder einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt sieht und in Gewissenskonflikte gerät. Soll er alle Forderungen seines Partners erfüllen oder darf er auch einfach mal “Nein“ sagen?

Wie funktioniert emotionale Erpressung?

Emotionale Erpressung kann rein durch Worte oder auch durch ein bestimmtes Verhalten ausgeübt werden. Immer geht es dabei um Erwartungen, die in Form von Forderungen an den Partner adressiert werden. Dabei wird dem Partner zeitgleich signalisiert, dass man sich ungeliebt fühlt oder traurig ist, wenn er diesen Forderungen nicht nachkommt. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, neigen emotionale Erpresser oft dazu, nicht nur das Mitleid des Partners zu erregen, sondern reagieren auch mit Schmollen, Schweigen oder dem Entzug von Aufmerksamkeit und Zärtlichkeiten. Das Ziel ist es immer, ein schlechtes Gewissen beim Partner auszulösen oder ihn für seine mangelnde Kooperationsbereitschaft zu bestrafen, damit er sich letztlich so verhält, wie man es möchte. Ein typischer Satz, den emotionale Erpresser häufig anwenden, ist “Wenn du mich wirklich lieben würdest, dann …“

Warum haben emotionale Erpresser Erfolg mit ihrem Verhalten?

Wer seinen Partner liebt, ihn nicht verlieren möchte oder Konflikte schlichtweg gerne umgeht, tut manchmal auch Dinge, die er nicht unbedingt tun möchte. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch nachvollziehbar, schließlich sollte man die Wünsche und die Bedürfnisse seines Partners oder seiner Partnerin ernst nehmen. Gut ist, wenn man seinem Partner aus Überzeugung und freiem Willen entgegenkommt. Wenn dies jedoch nur geschieht, weil man drohende Konsequenzen wie Liebesentzug oder ein schlechtes Gewissen befürchtet, handelt es sich um emotionale Erpressung. Emotionale Erpresser merken schnell, ob sie mit ihrer Masche ans gewünschte Ziel gelangen und ob sich ihr Partner leicht manipulieren lässt. Wenn sie mit ihrer Methode erfolgreich sind, wenden sie sie immer wieder an – zumindest so lange, bis der Erpresste die Situation nicht mehr aushält und die Beziehung infrage stellt.

Was sind die häufigsten Gründe für emotionale Erpressung?

Menschen, die ihren Partner emotional erpressen, handeln nicht unbedingt böswillig. Oft ist ihnen gar nicht bewusst, was sie ihrem Partner damit antun. Ihre Motive sind vielfältig. Hier sind einige der häufigsten:

Emotionale Erpressung als erlerntes Verhaltensmuster

Wer schon früh in der eigenen Herkunftsfamilie die Erfahrung gemacht hat, dass sich durch emotionale Erpressung die Erfüllung der eigenen Wünsche durchsetzen lässt, wird auch später dazu neigen, andere zu manipulieren. Das kann entweder durch Abgucken passieren, wenn eines der Elternteile eine sehr manipulative Person ist oder aber durch selbst gemachte Erfahrungen. Ein Kind, das durch bockiges Verhalten oder Weinen immer wieder seinen Willen bekommt, lernt, dass es sich auf diese Weise durchsetzen kann.

Übersteigerte Erwartungen an den Partner oder die Beziehung

Die meisten Menschen haben eine gewisse Vorstellung von einer funktionierenden Beziehung oder einem idealen Partner. Gelingt es ihnen nicht, eine Beziehung zu führen, die dieser Vorstellung entspricht, versuchen einige krampfhaft, sie zu optimieren. Hierfür muss in ihren Augen der Partner oder die Partnerin ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Um ihn oder sie dazu zu bringen, greifen sie zur emotionalen Erpressung.

Unvermögen, seine Bedürfnisse auszudrücken

Wer seine eigenen Bedürfnisse in einer Beziehung nicht klar ausdrücken kann oder die Erwartung hat, dass der Partner oder die Partnerin sie von alleine erspüren muss, wird irgendwann enttäuscht feststellen, dass sie auf der Strecke bleiben. Manche Menschen sehen sich dann regelrecht genötigt dazu, den Partner durch emotionale Erpressung dazu zu bringen, ihnen ihre Bedürfnisse zu erfüllen, weil sie glauben, dass er sie absichtlich missachtet.

Mangelndes Selbstwertgefühl

Ein Grund für emotionale Erpressung kann auch das mangelnde Selbstwertgefühl des Erpressers sein. Er braucht eine hohe Dosis an Bestätigung seines Partners und fühlt sich von ihm nur ausreichend geliebt, wenn dieser alles für sein Wohlergehen tut. Tut der Partner allerdings seinem Empfinden nach zu wenig, manipuliert er ihn, indem er ihm ein schlechtes Gewissen bereitet und sich als bemitleidenswertes Opfer darstellt.

So kannst du mit emotionaler Erpressung in deiner Beziehung umgehen

Möglicherweise hast du selbst schon festgestellt, dass du dazu neigst, deinen Partner zu manipulieren. Oder aber du wirst regelmäßig emotional von deinem Freund oder deiner Freundin erpresst. Wenn emotionale Erpressung in eurer Beziehung ein Thema ist, dann solltest du das offen ansprechen. Versucht gemeinsam herauszufinden, warum es zu Manipulationen in eurer Beziehung kommt und inwiefern ihr eure Kommunikation verbessern könnt. Dazu gehört es auch, über eure Ängste zu sprechen und zu klären, woher dieses Verhalten von einem von euch beiden kommt. Der Erpresser muss lernen, seine Bedürfnisse zu äußern, ohne den Partner unter Druck zu setzen. So können beide offen darüber reden, welche dieser Erwartungen erfüllt werden können und welche vielleicht auch nicht und warum. Er kann nicht erwarten, dass die andere Person alles dafür tut, dass er zufrieden ist. Für den Erpressten ist es wichtig, zu der Erkenntnis zu gelangen, dass er nicht grundsätzlich für die Gefühle seines Partners verantwortlich ist. Wenn sich dein Freund oder deine Freundin also schlecht fühlt, weil du nicht nach seinen oder ihren Erwartungen funktionierst, musst du dieses Gefühl in manchen Situationen einfach aushalten. Wichtig ist es, dass ihr euch in der Mitte begegnet und nicht einer zum dauerhaften Wunscherfüller wird, während der andere nur fordert. In besonders schwerwiegenden Fällen sollte das Paar sich Hilfe von Außen suchen, wenn es das Problem nicht selber in den Griff bekommt. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Erpresste aufgrund der Situation bereits so sehr leidet, dass er Symptome wie Schlafstörungen oder gar körperliche Schmerzen entwickelt oder wenn der Erpresser in eine offensichtlich unnatürlich starke Abhängigkeit von seinem Partner verfällt. Eine Paartherapie kann helfen, die Beziehung zu retten, indem die beiden Partner neue Regeln im Umgang mit ihren Erwartungen aneinander entwickeln.

Sofort zurückschreiben oder lieber nicht? Wieso wir uns diese Entscheidung unnötig schwer machen

Sofort zurückschreiben oder lieber nicht? Wieso wir uns diese Entscheidung unnötig schwer machen

Endlich haben wir mal wieder jemand Spannendes kennengelernt und wie heutzutage üblich, werden erst einmal ganz entspannt Nachrichten ausgetauscht. Soweit jedenfalls die Theorie, denn in der Praxis ist das mit dem Hin- und Herschicken von Nachrichten so eine Sache. Wer meldet sich zuerst bei wem? Wie schnell sollte man auf eine Textnachricht antworten und wie oft darf man seinen Schwarm überhaupt anschreiben, ohne lästig zu sein? Fragen über Fragen, die uns am Anfang der Kennenlernphase durch den Kopf schießen und uns oft dazu bringen, ein Spielchen zu beginnen, mit dem wir es uns unnötig schwer machen. Und warum das Ganze? Weil wir uns einfach viel zu viele Gedanken machen, anstatt auf unser Gefühl zu hören!

Wie steht er oder sie zu mir?

Für uns ist die Sache klar. Wir haben einen Jackpot gelandet und sind schwer verliebt. Aber woher sollen wir wissen, ob es unserer neuen Bekanntschaft genauso geht? Was, wenn er oder sie nicht so überzeugt von uns ist? Wir verhalten uns deshalb häufig erst einmal distanziert und antworten nicht gleich auf jede seiner oder ihrer Nachrichten. Immerhin könnte es sein, dass unsere Erwartungen nicht erfüllt werden und wir am Ende enttäuscht oder verletzt sind. Dann also lieber etwas rarmachen und abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Und wenn sie nicht so laufen, wie wir es uns erhoffen, haben wir uns zumindest nicht lächerlich gemacht. Eine andere Möglichkeit, mit unserer eigenen Unsicherheit umzugehen, ist unsere neueste Eroberung mit Textnachrichten regelrecht zu bombardieren. Diesen tollen Menschen wollen wir unbedingt für uns gewinnen und damit das gelingt, so glauben wir manchmal, müssen wir einfach unser Bestes geben – auch wenn das bedeutet, uns die Finger wund zu tippen.

Welchen Eindruck möchte ich vermitteln?

“Denk bloß nicht, dass du der/die Tollste bist …“ In unseren Augen ist der neue Mann oder die neue Frau in unserem Leben vielleicht etwas ganz Besonderes. Aber ihn oder sie deshalb gleich mit Liebesschwüren in Textform zu überschütten oder auf jede seiner oder ihrer Nachrichten innerhalb von Millisekunden zu antworten? Das kommt uns nicht in den Sinn. Schließlich soll unser Gegenüber nicht denken, dass wir den ganzen Tag sabbernd auf unser Handy schielen und nur darauf hoffen, dass er sich meldet. So bedürftig wollen wir nun wirklich nicht wirken. Also behalten wir lieber einen kühlen Kopf und versuchen strategisch klug vorzugehen. Eine gelungene Mischung aus dem Bekunden von Interesse und vornehmer Zurückhaltung soll es richten und macht häufig alles nur noch komplizierter, weil wir gegensätzliche Signale senden und unseren Traummann oder unsere Traumfrau damit nur verwirren.

Was halte ich von mir selbst?

Das eigene Selbstbewusstsein hat eine ganze Menge damit zu tun, wie wir uns in der Kennenlernphase verhalten und wie schwer wir uns unser eigenes Liebesleben machen. Sind wir überzeugt von uns selbst, deuten wir das Verhalten unseres Flirtpartners häufig ganz anders, als wenn wir an uns selbst zweifeln. Sind wir mit einem starken Selbstbewusstsein gesegnet, machen wir uns keine Sorgen, wenn unsere neue Bekanntschaft etwas länger nichts von sich hören lässt oder auf eine unserer Nachrichten nicht gleich reagiert. Wir gehen schlicht davon aus, dass er oder sie gerade keine Zeit hat und sich bestimmt später melden wird. Halten wir uns selbst hingegen nicht für liebenswert oder attraktiv, kommen schnell Zweifel in uns hoch, wenn der Nachrichtenaustausch ins Stocken gerät. Der erste Gedanke: Er oder sie hat kein Interesse an uns. Dann neigen wir leicht dazu, eine sich möglicherweise anbahnende Liebesgeschichte voreilig abzuhaken.

Die Lösung: Authentisch sein statt strategisch vorgehen

Wenn wir eine Person kennenlernen, mit der wir uns eine Beziehung vorstellen können, möchten wir besonders am Anfang unseres Kennenlernens alles richtig machen. Dabei begehen wir oft einen entscheidenden Fehler: Wir machen uns viel zu viele Gedanken darum, wie wir wirken, was der andere von uns denkt und ob wir uns möglicherweise blamieren könnten oder verletzt werden. Sich auf eine neue Romanze einzulassen birgt immer ein gewisses Risiko in sich. Deshalb zögern wir häufig, uns zu öffnen und uns einfach so zu geben, wie wir sind. Damit machen wir es uns selbst, aber auch unserer neuen Bekanntschaft unnötig schwer. Denn anstatt uns beim Hin- und Herschicken von Nachrichten eine Strategie zu überlegen, sollten wir uns einfach von Anfang an authentisch zeigen. Das bedeutet im Klartext:

  • Wenn du das Bedürfnis hast, zum Handy zu greifen und deinem neuen Schatz ein paar liebe Zeilen zu schreiben, dann tu es. Es spielt überhaupt keine Rolle, wer sich zuletzt bei wem gemeldet hat und wie lange das her ist.
  • Wenn dein erster Impuls ist, sofort auf die frisch eingetroffene Nachricht zu antworten, dann antworte einfach sofort, ohne dir Gedanken zu machen, wie das auf deinen Herzensmenschen wirken könnte.
  • Solltest du ein Mensch sein, der sich lieber persönlich austauscht und nicht so gerne Nachrichten schreibt, dann solltest du ehrlich sein und das so auch kommunizieren. So weiß deine neue Bekanntschaft gleich, dass du dich selten meldest, weil du schreibfaul bist und nicht, weil dir nichts an ihm oder ihr liegt.
  • Solltest du allerdings vor lauter Verliebtheit das Handy gar nicht mehr aus der Hand legen und am laufenden Band Herzchen verschicken, achte ein wenig auf die Reaktion deines Schatzes oder frag ihn im Zweifelsfall, ob die Menge an Nachrichten, die du an ihn versendest, für ihn in Ordnung ist.

Vielleicht wird es dich anfangs etwas Überwindung kosten, all deine Zweifel und Überlegungen über Bord zu werfen. Aber auf diese Weise bietest du deiner neuen Bekanntschaft die Möglichkeit, dich so kennenzulernen, wie du wirklich bist und erhöhst gleichzeitig deine Chancen, einen Partner zu finden, der dich mit all deinen Vorzügen und Macken liebt. Außerdem läufst du nicht Gefahr, durch strategische Spielchen vielleicht einen ganz tollen Menschen zu vergraulen, weil er dein Verhalten nicht richtig einordnen kann.

Wie kann ich mit inneren Konflikten im Alltag besser umgehen?

Wie kann ich mit inneren Konflikten im Alltag besser umgehen?

Wir müssen täglich unterschiedliche Entscheidungen treffen – große, aber auch viele kleine. Um die kleinen soll es im folgenden Artikel gehen, denn oft machen uns gerade sie das Leben regelmäßig schwer und stürzen und in einen Konflikt mit uns selbst. Dann gilt es abzuwägen, ob man auf den Bauch oder Kopf hören soll, auf die Stimme des Engelchens oder des Teufelchens oder anders gesagt – zuerst an sich denkt oder an andere.

Doch wie kann man bei einem inneren Konflikt zu einer wirklich guten Lösung gelangen, mit der alle Beteiligten und insbesondere wir selbst zufrieden sind? Einen hilfreichen Tipp hierzu gibt es am Ende des Artikels.

Solche Situationen können einen inneren Konflikt auslösen

Vielleicht kennst du selbst eine ähnliche Situation wie diese: Du hast dir ganz fest vorgenommen, eine wichtige Aufgabe zu erledigen. Hoch konzentriert und absolut fokussiert machst du dich an die Arbeit und dann wirst du einfach unterbrochen. Deine Freundin braucht dringend einen Rat, ein Freund deine Hilfe oder ein Familienmitglied deinen Beistand. Wie sollst du jetzt reagieren? Alles stehen und liegen lassen und den Wünschen und Aufforderungen deiner Lieben nachkommen oder ziehst du erst einmal stur dein Ding durch und kümmerst dich um das, was du tun wolltest? Schon bist du im Zwiespalt. Einerseits möchtest du dich deiner Aufgabe widmen und sie in Ruhe erledigen. Schließlich hast du dich innerlich schon darauf eingestellt, fertig zu werden. Andererseits möchtest du auch niemanden vor den Kopf stoßen. Die anderen sind auch zur Stelle, wenn du sie einmal brauchst und vielleicht reizt es dich ja doch ein wenig, dich ablenken zu lassen, weil deine Aufgabe dir keinen richtigen Spaß macht. Deine Gedanken springen hin und her und du weißt nicht so recht, was du tun sollst. Denn egal, wie du dich entschiedest, am Ende wirst du nicht richtig zufrieden mit deiner Wahl sein. Brichst du jetzt dein Vorhaben ab, ärgerst du dich später, dass deine Arbeit liegen geblieben ist. Schickst du die Person, die ein Anliegen an dich hat, einfach weg, wirst du vermutlich ein schlechtes Gewissen haben, weil du nur an dich gedacht hast.

Darum ist es so schwer, einen inneren Konflikt aufzulösen

Wie schon erwähnt, scheint es keine optimale Lösung zu geben, um einen inneren Konflikt zufriedenstellend aufzulösen. Im Grunde geht es darum, eine Entscheidung zu treffen, die entweder in deinem Sinne oder im Sinne eines anderen ist. Hinzu kommt, dass du die jeweilige Situation wahrscheinlich immer unter ganz unterschiedlichen Aspekten betrachtest, was das Ganze nicht einfacher macht.

Um beim obigen Beispiel mit der Aufgabe und der Unterbrechung durch eine andere Person zu bleiben, spielen verschiedene Gesichtspunkte eine Rolle:

  • Handelt es sich um eine Freundin, die selbst immer für dich da ist?
  • Würde dein Freund im umgekehrten Fall seine Arbeit einfach für dich unterbrechen?
  • Wie dringend ist das Problem deines Familienmitglieds und kann es nicht vielleicht noch warten?
  • Hast du wirklich Lust auf deine Aufgabe oder würdest du sie viel lieber verschieben?
  • Musst du deine Aufgabe unbedingt jetzt erledigen oder hat das nicht noch Zeit?
  • Bist du sonst in erster Linie immer für andere da oder nimmst du dir das Recht heraus, auch einmal nur an dich zu denken?
  • Hast du in der Vergangenheit schon viel zu oft deine Bedürfnisse hinten angestellt?
  • Wusste der Störenfried überhaupt, dass du heute keine Zeit haben würdest?

Du startest also eine innere Diskussion und wägst die unterschiedlichen Erwartungen, die du an dich und an dein Gegenüber hast, gegeneinander ab.

So kannst du leichter mit inneren Konflikten umgehen

Anstatt innerlich mit dir zu ringen, kann es dir helfen, deinen inneren Konflikt vor der Person, die ihn ausgelöst hat, offen auszusprechen. Du kannst deinem Freund beispielsweise sagen, dass du ihm gerne helfen würdest und dass du gerne deine Aufgabe zu Ende bringen möchtest. Auf diese Weise fällt es dir vielleicht leichter, eine gute Lösung zu finden. Die könnte beispielsweise so aussehen, dass du zuerst deine Aufgabe erledigst und danach deinem Freund hilfst. Möglicherweise wird dein Freund dir aber auch sagen, dass seine Bitte noch etwas warten kann und dass du ihm gerne morgen behilflich sein kannst oder aber, dass sein Anliegen nur ein paar Minuten deiner Zeit beansprucht und er dich danach ganz sicher nicht mehr stören wird.

Fazit: Kehre deinen inneren Konflikt nach außen

Innere Konflikte belasten uns deshalb so stark, weil wir in der Regel versuchen, sie ganz allein mit uns selbst auszutragen. Dabei fahren unsere Gedanken Karussell und es ist schwer, sie zu ordnen und nach Wichtigkeit zu sortieren. Die Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen und damit unangenehme Konsequenzen für uns selbst oder auch für andere herbeizuführen, macht es uns noch schwerer, eine gute Lösung zu finden. Indem wir unsere Gedanken offen aussprechen, verdeutlichen wir uns, was uns wirklich wichtig ist. Das Alleine kann uns schon helfen, einen Konflikt aufzulösen. Wenn wir darüber hinaus auch andere an unseren Gedanken teilhaben lassen, erhalten wir oft Lösungsvorschläge von außen, auf die wir selbst gar nicht gekommen wären, weil unser innerer Konflikt für Chaos in unserem Kopf gesorgt hat. Und mehr noch: Indem wir uns öffnen, wird uns oft erst bewusst, dass die Erwartungen unseres Gegenübers an uns eventuell gar nicht so hoch sind, wie wir es uns ausgemalt haben oder ganz anders ausfallen, als wir dachten.

Manchmal ist aber auch der erste Impuls, den wir verspüren, der richtige. Wenn du also genervt bist, wenn dich jemand bei einer wichtigen Aufgabe unterbricht und du unter allen Umständen erst einmal deine Arbeit zu Ende bringen möchtest, dann bitte den Störenfried, sich ein wenig zu gedulden. Solltest du hingegen das Anliegen deiner Freundin, deines Freundes oder einer anderen Person, die dir am Herzen liegt, als wichtiger befinden als dein eigenes Vorhaben und ihm oder ihr unbedingt sofort helfen wollen, dann tu es. Der Ärger darüber, dass du deine Bedürfnisse hinten angestellt hast, wird in diesem Fall vermutlich nicht so groß sein, wie es in diesem Moment dein schlechtes Gewissen wäre, wenn du die Bitte dieser Person abgeschlagen hättest.

Ihr habt euch getrennt? So fällt das Auseinanderziehen leichter

Ihr habt euch getrennt? So fällt das Auseinanderziehen leichter

Die erste gemeinsame Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin zu beziehen ist ein aufregendes und freudiges Ereignis. Endlich beginnt der Lebensabschnitt, den man sich herbeigesehnt und schon in den schönsten Farben ausgemalt hat. Morgens nebeneinander aufwachen, den Alltag als Team bewältigen und abends eng umschlungen zusammen einschlafen. Was kann es Besseres geben? So schön es ist zusammenzuziehen, so schmerzhaft kann es sein, wenn die Beziehung zerbricht und man wieder auseinanderzieht.

Wir haben ein paar Tipps für dich, damit das Auseinanderziehen dir und deinem Ex-Partner etwas leichter fällt.

Was einmal war, ist nicht mehr

Eine Trennung ist immer schmerzhaft – ob sie nun einvernehmlich und im Guten verläuft oder das Paar im Streit auseinandergeht. Wenn zwei Menschen sich trennen, die nicht zusammengewohnt haben, kann sich jeder in sein eigenes Zuhause zurückziehen und zur Ruhe kommen. Das Zuhause dient dabei als Zufluchtsort, der ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelt und kann helfen, die erste Zeit nach der Trennung besser zu verkraften. Paare, die zusammenleben, wollen sich in der Regel nach einer Trennung auch räumlich voneinander distanzieren. Meistens beschließt einer von beiden den bis dahin gemeinsam genutzten Wohnraum zu verlassen. Für den Ausziehenden ist dieser Schritt mit großen Veränderungen verbunden. Er verliert nicht nur seinen Partner oder seine Partnerin, sondern auch sein Zuhause. Aber auch für den verbleibenden Partner ist die Lücke, die durch den Auszug der Ex-Freundin oder des Ex-Freundes entsteht, oft schwer zu ertragen. Alles erinnert an die Zeit zu zweit und es fällt schwer, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Spätestens durch das Auseinanderziehen wird beiden schmerzlich bewusst, dass nun alles anders wird.

Trefft Vereinbarungen vor dem Auszug

Die Würfel sind gefallen. Eure Beziehung ist gescheitert und ihr wollt ab jetzt getrennte Wege gehen. Als Erstes müsst ihr natürlich entscheiden, wer von euch beiden die gemeinsame Wohnung verlässt und sich eine neue Bleibe sucht. Versucht trotz aller Emotionen realistisch abzuwägen, welches die beste Lösung für euch beide ist. Dabei können nicht zuletzt finanzielle Aspekte eine große Rolle spielen. Definiert am besten gleich einen festen Termin für den Auszug oder zumindest einen Zeitraum, innerhalb dessen der Auszug geschehen soll. Das hilft euch ein wenig, euch auf die Zukunft zu fokussieren, anstatt auf den momentan so überwältigenden Schmerz. Außerdem ergibt es keinen Sinn, eine beschlossene Trennung weiter hinauszuzögern, indem ihr noch unnötig lange zusammen unter einem Dach verharrt. Ihr solltet unbedingt auch frühzeitig daran denken, Absprachen über die Aufteilung eures Hausrats zu treffen. Was verbleibt in der Wohnung und was nimmt der ausziehende Partner mit? Hier herrscht besonders oft Uneinigkeit. Manche Menschen lassen sich bei dieser Entscheidung eher von ideellen Werten leiten, andere von materiellen. Schwierig wird es natürlich, wenn es außerdem ein Haustier gibt oder ihr sogar gemeinsame Kinder habt. In diesen Fällen ist es besonders wichtig, dass ihr beide euch nicht von eurer Wut und Enttäuschung leiten lasst, sondern eine gute Lösung für alle Beteiligten findet.

So kann der Tag des Auszugs ablaufen

Wie ihr den Tag des Auszugs am besten gestaltet, ist stark abhängig von eurer Gefühlslage. Geht ihr in Freundschaft auseinander, ist es möglich, dass ihr beide anwesend seid und euch noch kurz und schmerzlos voneinander verabschiedet, bevor die letzte gepackte Kiste die Wohnung verlässt. Wenn ihr beide aber aufgrund der Situation sehr emotional seid und möglicherweise noch sehr viel Wut und Ärger mit im Spiel ist, ist es vermutlich besser, wenn derjenige, der weiterhin in der Wohnung bleibt, am Auszugstag seines Ex-Partners nicht anwesend ist. Das erfordert aber ein gewisses Vertrauen in den ausziehenden Partner. Schließlich könnte der dann unbemerkt und entgegen getroffener Abmachungen Gegenstände mitnehmen, die er eigentlich nicht anrühren sollte. Eine weitere Möglichkeit ist, dass am Tag des Auszugs eine weitere, möglichst neutrale Person dabei ist oder jeder von euch einen guten Freund oder eine Freundin an seiner Seite hat. Diese Personen können zum einen als emotionale Stütze dienen und zum anderen eingreifen, wenn die Situation zu eskalieren droht.

Wie geht es nach dem Auseinanderziehen weiter?

Es ist geschafft. Einer von euch beiden sitzt nun alleine in eurem ehemals gemeinsamen Zuhause. Ein paar fehlende Möbel oder leere Schränke und Regale erinnern daran, dass hier bis vor Kurzem noch jemand gelebt, mit dem mein sein restliches Leben verbringen wollte. Das Bett erscheint plötzlich viel zu groß und der leere Sessel, auf dem der oder die Ex immer so gerne gesessen hat, wirkt gespenstisch. Während der in der Wohnung gebliebene Partner versucht, sich mit der neuen Situation anzufreunden, befindet sich der ausgezogene Partner nun in ganz neuen Räumlichkeiten. Hier kann er Abstand von der zerbrochenen Beziehung nehmen, denn es gibt keine bedrückenden Erinnerungen an die gemeinsame Zeit, die sich an den Wänden und Böden des neuen Zuhauses ablesen ließen. Trotzdem kann, gerade weil alles neu und ungewohnt ist, ein Gefühl von Heimweh auftreten. Er fühlt sich noch nicht richtig angekommen, hat keine Kraft oder Lust, die herumstehenden Kisten auszupacken und sich gemütlich einzurichten.

Für beide – für den, der bleibt und den der geht – kann die erste Zeit nach dem Auseinanderziehen schwierig und bedrückend sein. Beide müssen versuchen, ihren Blick auf die Zukunft zu richten, ihr Leben neu sortieren und sich ein Zuhause zu erschaffen, das wieder als Schutzraum und nicht als Bedrohung wahrgenommen wird. Manchmal besteht die beste Lösung darin, vorübergehend bei Freunden unterzukommen oder in einer WG, um das gefürchtete Alleinsein zu umgehen. Manche Paare bevorzugen es, das gemeinsame Zuhause ganz aufzugeben und beide auszuziehen, was sich als kluge Entscheidung erweisen kann. So können beide unter den gleichen Startbedingungen einen Neuanfang wagen. Für welchen Lösungsweg ihr euch auch entscheidet, denkt immer daran: Der Schmerz wird auf jeden Fall verblassen und ein Ende ist gleichzeitig auch immer der Anfang von etwas Neuem – vielleicht viel Besserem.

Immer nur lieb und nett sein? Ein Riesenfehler!

Immer nur lieb und nett sein? Ein Riesenfehler!

Bist du auch einer dieser Menschen, der ganz eindeutig zu den Guten zählt und der immer freundlich, höflich und hilfsbereit ist? Im Grunde ist nett zu anderen zu sein ein lobenswertes Verhalten und eigentlich solltest du mit deiner Art ziemlich beliebt bei deinen Mitmenschen sein. Vielleicht musstest du aber auch schon feststellen, dass immer nur freundlich zu sein dir Nachteile bringt. Doch zu lieb zu sein kann nicht nur dir schaden, sondern auch anderen und sogar deine Beziehungen zu anderen Menschen gefährden.

Warum du einfach zu nett bist

Wahrscheinlich bist du eine sehr harmoniebedürftige Person. Streit, Zank und schlechte Stimmung kannst du nicht leiden. Du möchtest nicht dafür verantwortlich sein, dass sich jemand deinetwegen schlecht fühlt und magst es nicht, andere Menschen zu enttäuschen. Oftmals glauben wir selbst, dass wir nett zu anderen sind, weil wir sie sehr schätzen oder lieben und es natürlich sein sollte, dass sich das auch in unserem Verhalten widerspiegelt. Dabei steckt hinter unserer übertriebenen Freundlichkeit manchmal etwas ganz anderes. Wir fürchten Konflikte, haben Angst vor Kritik und Ablehnung oder wollen Beziehungen nicht aufs Spiel setzen.

Zu lieb sein ist schädlich

Ganz gleich, was dich dazu bringt, immer lieb zu sein – ob es mangelndes Selbstvertrauen ist, die Angst vor Abweisung oder einfach deine große Menschenliebe und dein herzliches Wesen – mit einer Überdosis an Freundlichkeit tust du dir auf Dauer keinen Gefallen. Und schlimmer noch: Du kannst auch deinen Mitmenschen Schaden zufügen und riskierst dabei, Freundschaften und das Vertrauensverhältnis zu deinen Liebsten zu zerstören.

Das klingt in deinen Ohren übertrieben? Dann sieh dir an, was zu lieb zu sein alles anrichten kann:

1. Du lässt dich ausnutzen und vergeudest deine Zeit

Freunden beim Umzug helfen, den Bruder finanziell unterstützen, wenn es mal wieder eng wird und sich den ewig langen Monolog des engagierten Verkäufers anhören – alles Dinge, die du bereitwillig tust, obwohl du vielleicht gar keine Lust dazu hast. Du möchtest schließlich niemanden vor den Kopf stoßen und wenn du helfen kannst oder jemandem ein gutes Gefühl vermitteln, dann tust du das natürlich. Dabei beachtest du nicht, dass du womöglich das eine oder andere Mal schlichtweg ausgenutzt wirst, weil du einfach nicht “Nein“ sagen kannst. Überlege dir außerdem, wie viel deiner wertvollen Lebenszeit du anderen schon geschenkt hast, ohne etwas dafür zurückzubekommen. Zeit, die du in dich und deine Aufgaben, Pläne und Wünsche hättest investieren können.

2. Du wirst immer wieder enttäuscht

Wenn du immer und zu jedem nett bist, erwartest du natürlich auch, dass man dir mit der gleichen Freundlichkeit begegnet. Dabei stellst du immer wieder fest, dass andere es mit dem Geben und Nehmen nicht ganz so ernst nehmen wie du und es ihnen offensichtlich viel leichter fällt als dir, erst einmal an sich zu denken. Du kannst einfach nicht verstehen, warum die Menschen, die du so respektvoll behandelst und deren Bedürfnisse du über deine stellst, nicht ebenso einfühlsam und sensibel sind wie du. Das verletzt und enttäuscht dich. Vielleicht haben diese Menschen dir aber einfach etwas voraus. Sie sind nicht bereit dazu, sich für andere zu verbiegen und du solltest lernen, das auch nicht zu tun.

3. Du nervst und wirst uninteressant

Mit deiner freundlichen Art machst du dich nicht immer nur beliebt, denn übertriebene Nettigkeit kann auch nervend sein. Die Wünsche anderer Menschen zu erfüllen, noch bevor sie sie ausgesprochen haben, hat zwar etwas sehr Hingebungsvolles, wirkt aber auch ziemlich unterwürfig. Gerade in einer Partnerschaft kannst du deinem Freund oder deiner Freundin damit das Gefühl vermitteln, dass du von seiner oder ihrer Zuneigung abhängig bist. Das macht dich auf Dauer uninteressant, denn du präsentierst dich nicht als Partner auf Augenhöhe. Aber auch im Freundeskreis, in dem du als der oder die Liebe bekannt bist, könntest du manches Mal belächelt werden. Schließlich wissen deine Bekannten, dass du praktisch alles mit dir machen lässt, nur um zu gefallen.

4. Du behinderst andere in ihrer Entwicklung

Es ist schön, Menschen zu umsorgen, die man liebt. Wenn dieses Umsorgen aber derart ausufert, dass man ihnen alle Mühen abnimmt, ihnen alle Steine aus dem Weg räumt und versucht, es ihnen so bequem wie möglich zu machen, schadet man ihnen. Sie werden unselbstständig, faul und verlieren den Antrieb, Dinge auch mal selbst anzupacken. So etwas kann passieren, wenn du zu deinen Kindern immer nur lieb bist, aber auch in einer Beziehung, in der du alles für deinen Partner tust.

5. Du mutierst in den Augen anderer zum Bösewicht

Eines der größten Probleme von “zu lieb sein“ ist, dass du in den Augen anderer irgendwann zum Bösewicht mutierst – also zum kompletten Gegenteil von dem, als das du eigentlich wahrgenommen werden möchtest. Dein Drang, es anderen immer recht machen zu wollen und so Konflikte und Enttäuschungen zu vermeiden, bringt dich dazu, deine eigenen Bedürfnisse permanent zu unterdrücken. Das führt dazu, dass du innerlich immer unzufriedener wirst. Du ärgerst dich über Dinge, die du nicht aussprichst, und dieser Ärger staut sich irgendwann so auf, dass er mit voller Wucht aus dir herausbricht. Damit überraschst du deine Mitmenschen, die dich bis dahin immer nur als geduldige und verständnisvolle Person kannten. Plötzlich wirkst du auf sie böse, nur weil du einmal ein Verhalten zeigst, dass sie so nicht erwartet haben.

Bleib nett, aber sei ehrlich und authentisch

Freundlichkeit und Höflichkeit sind Eigenschaften, die gern gesehen sind. Wenn du also ein ausgesprochen netter Mensch bist, dann darfst und sollst du das natürlich auch bleiben. Wichtig ist dabei aber, dass du ehrlich und authentisch bist. Das heißt, dass du deine Meinung aussprechen solltest, auch wenn sie sich von der anderer unterscheidet. Dabei kannst du unterstreichen, dass du die Ansichten deines Gesprächspartners akzeptierst, sie aber eben nicht teilst. Wenn du einer Bitte nicht nachkommen kannst oder möchtest, dann darfst du freundlich, aber bestimmt darauf hinweisen. Und vergiss bei aller Nettigkeit nicht, auch dir selbst gegenüber nett zu sein. Deine Bedürfnisse sind ebenso wichtig wie die deiner Mitmenschen. Teile sie anderen mit und achte darauf, dass sie nicht übergangen werden. Sonst wirst du irgendwann verbittert feststellen, dass nett sein sich nicht lohnt – und das wäre doch wirklich schade.

Neidisch auf den Partner? Das muss nichts Schlechtes bedeuten

Neidisch auf den Partner? Das muss nichts Schlechtes bedeuten

Neid hat keinen guten Ruf. Wenn wir auf andere neidisch sind, wird uns sofort unterstellt, dass wir nicht gönnen können. Insofern sollte Neid in einer Beziehung erst rechts nichts zu suchen haben. Immerhin sollten wir uns für unseren Partner freuen, wenn er erfolgreich ist und ihn für seine Vorzüge bewundern und ihn nicht darum beneiden. Wenn wir jemanden lieben, wünschen wir ihm nur das Beste – ganz selbstlos und selbstverständlich ohne das Verlangen, mit ihm mithalten zu können oder ihn zu übertreffen. Richtig? Nicht ganz! Denn Neid ist ein ganz natürliches Gefühl und muss nichts Schlechtes bedeuten. Es kommt aber darauf an, wie man mit seinem Neid in einer Partnerschaft umgeht.

Warum empfinden wir überhaupt Neid?

Neid entsteht aus einem Mangel heraus. Wir stellen fest, dass jemand etwas hat, das uns selbst fehlt und beneiden ihn darum. Wir vergleichen uns ständig mit anderen Menschen; prüfen, ob wir in etwas besser oder schlechter sind als sie oder ob wir mehr oder weniger von etwas haben. Dabei kommen wir immer wieder zu dem Schluss, dass uns dieses oder jenes noch zu unserem persönlichen Glück fehlt. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir jemandem sein Hab und Gut nicht gönnen, aber wir hätten es eben für uns auch gerne. Manchmal mischt sich Neid aber auch mit Missgunst. Dann geht es nicht mehr nur um unsere Wünsche, sondern hauptsächlich um den Ärger darüber, dass jemand etwas besitzt, dass er in unseren Augen nicht verdient hat. Diese Mischung kommt allerdings selten in Beziehungen vor. Missgunst empfinden wir in der Regel Personen gegenüber, die uns unsympathisch sind oder die wir nicht mögen.

Wann sind wir neidisch auf unseren Partner?

All das, wofür wir unseren Partner oder unsere Partnerin schätzen, kann auch zu Neid führen. Wenn die Freundin beruflich erfolgreich ist und gut verdient oder der Freund beliebt ist und einen großen Freundeskreis hat, sind wir erst einmal stolz auf sie oder ihn. Wir freuen uns mit unserem Partner über seine Fähigkeiten und Eigenschaften – aber insgeheim wünschen wir uns auch, ihm ein bisschen ähnlicher zu sein. Neid kann in einer Beziehung in vielen Situationen aufkommen. Wir können unseren Partner dafür beneiden, dass er offensichtlich eine innigere Beziehung zu den gemeinsamen Kindern hat oder dafür, dass er offen auf fremde Menschen zugehen kann und sprachlich gewandter ist als wir selbst. Manchmal sind wir neidisch, weil unser Freund Stress und Probleme leichter bewältigt oder weil unsere Freundin immer alles im Griff hat, während wir schon im Chaos versinken, wenn nur eine winzige Kleinigkeit unsere gewohnte Routine stört.

Warum kann Neid in der Beziehung Schaden anrichten?

Neid muss in einer Beziehung keinen Schaden anrichten – aber er kann. Wenn wir bemerken, dass wir unserem Partner etwas nicht gönnen, dann sind unsere Gefühle für ihn scheinbar in Schieflache geraten. Noch schlimmer wird es, wenn wir uns auf einen Konkurrenzkampf mit dem eigenen Partner einlassen. Dann geht es nur noch darum, einander zu übertreffen, anstatt gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Neid in der Partnerschaft ist auch immer dann gefährlich, wenn er zu Eifersucht führt. Eifersucht entsteht, wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Beziehung und die daran geknüpften Gefühle nicht exklusiv genug sind und wir nicht den Stellenwert im Leben unseres Partners haben, den wir uns wünschen. Hat der Partner zum Beispiel viele Freunde, mit denen er sich gut versteht und mit denen er gerne Zeit verbringt, ist Eifersucht vorprogrammiert, sofern wir den Eindruck haben, dass ihm diese Freundschaften wichtiger sind als wir.

Neid in der Beziehung konstruktiv nutzen

Niemand muss sich schämen, wenn er Neid empfindet. Wichtig ist es zu hinterfragen, warum man neidisch ist und was einem selbst fehlt. Dann gilt es zu entscheiden, wie man mit diesem Neid umgehen will. In einer vertrauensvollen Beziehung sollte man dem Partner von seinen Gefühlen erzählen können. Ein verständnisvoller Partner kann uns dabei helfen, den vorhandenen Mangel zu beseitigen, indem er uns seine Unterstützung anbietet und uns Ratschläge gibt. Dabei müssen wir unseren Neid aber als Ansporn verstehen, der uns dazu bringt, etwas zu verändern. Das Verhältnis zu anderen Menschen können wir nur verbessern, indem wir aktiv etwas dafür tun. Genauso können wir im Beruf nur erfolgreicher werden, wenn wir uns entsprechend anstrengen. Wenn uns unser Neid dazu antreibt, ein gesetztes Ziel zu erreichen, ist er durchaus positiv zu bewerten, denn er führt zu mehr Zufriedenheit, was letztlich auch unserer Beziehung und unserem Partner zugutekommt.

Außerdem sollten wir uns immer vor Augen führen, dass wir in einer Beziehung mit einem Menschen, der besondere Stärken hat, um die wir ihn beneiden, oft selbst von ebendiesen seinen Stärken profitieren. Kann der Partner beispielsweise hervorragend kochen oder ist gut darin, Dinge zu organisieren und zu regeln verschönert und erleichtert er uns damit auch unseren Alltag. Bis zu einem gewissen Grad kann man Neid in einer Beziehung auch konstruktiv nutzen, wenn man mit dem Partner konkurriert. Dabei sollte das Konkurrieren aber spielerisch aufgefasst werden und nur unter bestimmten, vorher festgelegten Regeln erfolgen. Möchten beispielsweise beide Partner an Gewicht verlieren, sich ein Laster abgewöhnen oder eine bestimmte Summe für den bevorstehenden gemeinsamen Urlaub ansparen, kann man durchaus einen kleinen Konkurrenzkampf anzetteln. Meist ist es so, dass ein Partner ein größeres Durchhaltevermögen hat als der andere oder auch mehr Ehrgeiz und Disziplin. Dieses Wissen können beide dazu nutzen, sich gegenseitig anzuspornen und letztlich durch den Versuch, den anderen zu übertrumpfen, an einem gemeinsamen Ziel arbeiten.

Neid kommt in Beziehungen weitaus häufiger vor, als wir es uns eingestehen wollen. Wir scheuen uns bloß darüber zu sprechen, weil wir glauben, dass es böswillig ist, auf den eigenen Partner neidisch zu sein. Dabei wissen wir genau, dass Neid uns im Hinblick auf nahezu jede Person überkommen kann – wieso dann nicht auf den eigenen Partner? Wenn wir Neid richtig zu deuten wissen und lernen, ihn für uns zu nutzen, anstatt es zuzulassen, dass er uns auffrisst und unsere Beziehung belastet, kann Neid ein nützliches Gefühl sein.

Hör auf dich für diese 8 Dingen zu entschuldigen!

Hör auf dich für diese 8 Dingen zu entschuldigen!

Wie oft verspürst du dir selbst gegenüber ein schlechtes Gewissen? Wahrscheinlich ziemlich selten. Und wie oft entschuldigst du dich bei anderen für etwas, das du getan oder gesagt hast? Vermutlich weitaus häufiger. Sich bei jemandem zu entschuldigen, dem man Unrecht getan oder dessen Gefühle man verletzt hat, ist gut und richtig. Solch eine Entschuldigung kann eine angeknackste Beziehung zwischen zwei Menschen wieder glätten, denn sie ist ein Zeichen von Einsicht und Reue. Aber wir neigen viel zu oft dazu, uns für etwas zu entschuldigen, für das wir uns eigentlich gar nicht entschuldigen müssten – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Warum wir uns häufig unnötigerweise entschuldigen

Manche Menschen entschuldigen sich aus einem Mangel an Selbstsicherheit heraus. Wenn wir merken, dass jemand unsere Meinung nicht teilt oder unser Verhalten kritisiert, wir aber nach seiner Zustimmung dürsten, entschuldigen wir uns. Wir haben Angst, diesen Menschen zu verärgern oder als Vertrauten zu verlieren. Sich häufig zu entschuldigen kann aber auch aus purer Gewohnheit passieren oder weil wir glauben, dass es zumindest nicht schaden kann. Wir haben gelernt, dass man uns schätzt, wenn wir uns einsichtig und reumütig zeigen – ganz gleich, ob es einen Grund dazu gibt oder nicht. Unsere Entschuldigungen sind demzufolge oft überhaupt nicht ernst gemeint. Wir sprechen sie nur aus, weil wir anderen gefallen wollen, wir uns durch sie Lob und Anerkennung erhoffen oder einfach nur einen Streit vermeiden möchten.

Das tust du dir an, wenn du dich grundlos entschuldigst

Wie fühlt es sich für dich an, wenn du dich für etwas entschuldigst, obwohl du viel lieber zu deiner Tat oder deiner Aussage stehen würdest? Du verletzt dich damit selbst. Du untergräbst dein Selbstwertgefühl und machst dich abhängig von deinen Mitmenschen. Jeder von uns hat manchmal ein schlechtes Gewissen. Die Kunst besteht darin, zu entscheiden, ob es angebracht ist oder nicht. Es liegt ein Stück weit in deiner Verantwortung, dich um die Bedürfnisse der Menschen, die dir wichtig sind, zu kümmern. Dazu gehört es auch, sich zu entschuldigen, wenn du sie wissentlich oder versehentlich verletzt hast. Ebenso trägst du aber auch dir selbst gegenüber eine Verantwortung. Diese Verantwortung besteht darin, deinen eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden und manchmal auch gegen den Widerstand anderer Personen für sie einzustehen.

Eine Entschuldigung ist nicht immer angebracht

Es gibt eine ganze Reihe an Dingen, für die du dich nicht entschuldigen musst, auch wenn du manchmal glaubst, dass du es tun solltest. Zum einen handelt es sich dabei um Gegebenheiten, für die du überhaupt nichts kannst und zum anderen um Entscheidungen, die du ganz bewusst getroffen hast, weil sie sich für dich richtig anfühlen und nicht, weil sie sich gegen jemand anderen richten.

1. Eingeforderte Entschuldungen

Bei Meinungsverschiedenheiten passiert es manchmal, dass eine Seite von der anderen eine Entschuldigung einfordert. Wenn du dir keiner Schuld bewusst bist und ein Fehlverhalten deinerseits ausschließen kannst, musst du dich auch nicht entschuldigen.

2. Pausen und Auszeiten

Wenn du dich überfordert, ausgebrannt und leer fühlst, musst du dich nicht entschuldigen, wenn du dir eine Pause gönnst. Du tust es nicht, weil du jemanden im Stich lassen willst, sondern weil du diese Auszeit brauchst, um dich zu erholen.

3. Nein sagen

Eine Forderung oder eine Bitte abzulehnen ist dein gutes Recht. Du musst nicht die Wünsche deines Umfeldes erfüllen, wenn dir nicht danach ist oder du dich dazu nicht in der Lage fühlst. Du kannst – wenn du dich damit wohler fühlst – deine Entscheidung begründen, aber du musst dich nicht für sie entschuldigen.

4. Deine Meinung

Du hast ein Recht darauf, eine eigene Meinung zu haben und auch darauf, sie nach außen hin zu vertreten – selbst wenn sie anderen Menschen nicht gefällt. Sie gehört zu dir und du darfst zu ihr stehen, ohne dich für sie zu entschuldigen.

5. Deine Gefühle

Deine Gefühle sind, wie sie sind und du musst dich niemals für sie entschuldigen. Einzig wenn sie dich dazu bringen, jemanden zu verletzten, kann eine Entschuldigung angebracht sein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du aufgrund deiner schlechten Laune jemanden unfair behandelst oder dich im Ton vergreifst.

6. Die Gefühle anderer

Dein Verhalten kann die Gefühle anderer Menschen beeinflussen. Wenn du aber zu dem, was du tust und sagst, stehst und dein Vorgehen gut durchdacht ist, musst du dich nicht für dein Handeln entschuldigen, auch wenn es schlechte Gefühle bei deinen Mitmenschen auslöst. Du solltest allenfalls Mitgefühl und Verständnis zeigen.

7. Beziehungen beenden, die dir nicht guttun

Du darfst Beziehungen, die dir nicht guttun, ohne schlechtes Gewissen beenden. Es gibt keinen Grund, dich für deine Entscheidung zu entschuldigen. Sie dient deinem Selbstschutz und du schuldest einem Menschen, der dich schlecht behandelt, rein gar nichts.

8. Entscheidungen, die dein Leben betreffen

Deine Entscheidung für oder gegen einen Job, einen Umzug oder eine bestimmte Lebensführung wird deinen Freunden oder deiner Familie nicht immer gefallen. Doch es ist dein Leben und du brauchst dich nicht für diese Entscheidungen zu entschuldigen. Die Erwartungen der Menschen zu enttäuschen, die uns am Herzen liegen, ist nicht einfach auszuhalten, aber es ist manchmal notwendig, damit wir unseren eigenen Weg finden und gehen können.

Was du tun kannst, anstatt dich zu entschuldigen

Jeder Mensch begeht in seinem Leben Fehler. Sich dafür entschuldigen zu können, wenn man jemand anderem geschadet hat, ist eine wichtige Voraussetzung, um Beziehungen aufrechtzuerhalten und das soziale Miteinander zu stärken. Wenn häufiges Entschuldigen aber dazu führt, dass wir permanent uns selbst und unsere Bedürfnisse in den Hintergrund stellen, machen wir uns unnötig klein. Manchmal erscheint uns eine halbherzige Entschuldigung als die einzige oder zumindest einfachste Möglichkeit, um Konflikten aus dem Weg zu gehen oder schlechte Stimmung zu vermeiden. Anstatt dich in solchen Situationen zu entschuldigen, kannst du deinem Gegenüber die Gründe für dein Verhalten erklären und ihm sagen, dass du Verständnis für seine Empfindungen hast. Damit signalisierst du deine Bereitschaft, zur Konfliktklärung beizutragen und zeigst, dass es dir nicht egal ist, was dein Gesprächspartner empfindet.