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3 interessante Fakten über das Kuscheln mit Bäumen

3 interessante Fakten über das Kuscheln mit Bäumen

Für Naturliebhaber ist es ein wahrer Genuss, einen ausgedehnten Waldspaziergang zu machen. Die frische Luft, die Ruhe, die nur ab und an durch ein leises Rascheln oder Vogelgezwitscher unterbrochen wird und der Anblick der majestätischen Bäume, die ihre Wipfel stolz in die Höhe strecken, sind Balsam für die Seele. Besonders Letztere haben es manchen Menschen und Tieren ganz besonders angetan. Sie lieben es, mit Bäumen zu kuscheln.

Äste statt starker Arme, Laub anstelle von seidigen Haaren, ein kräftiger Stamm anstatt eines attraktiven Körpers und unter den Fingern das Gefühl von rauer Rinde statt glatter, warmer Haut – das Kuscheln mit einem Baum ist auf vielfältige Weise anders als der Austausch von Zärtlichkeiten mit einem Menschen. Was aber bewegt jemanden dazu, sich an einen Baum zu schmiegen, und was kann ein Baum einem geben, was ein Wesen aus Fleisch und Blut nicht zu bieten hat? Diesen Fragen sind wir nachgegangen und sind dabei auf 3 interessante Fakten gestoßen, die auch dich dazu bringen könnten, deine Beziehung zu Bäumen zu überdenken:

Dendrophilie – Verliebt in einen Baum

Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass es Menschen gibt, die sich von Gegenständen erotisch angezogen fühlen. Dabei kann es sich um ganz unterschiedliche Objekte, wie beispielsweise Fahrzeuge, Musikinstrumente oder Elektrogeräte handeln. Diese Neigung wird als Objektophilie bezeichnet. Objektophilen geht es meist aber nicht rein um Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse. Vielmehr bauen sie, wenn sie sich in einen bestimmten Gegenstand verlieben, eine innige Bindung zu diesem auf und pflegen eine Art Partnerschaft, wie wir sie üblicherweise nur unter zwei Menschen kennen.

Ähnlich wie bei der Objektophilie, geht es bei der Dendrophilie um ein ganz bestimmtes Objekt – nämlich um einen Baum. Diese Art von Zuneigung geht weit über die reine Liebe zur Natur hinaus. Menschen mit Dendrophilie sind zwar durchaus in der Lage, tiefe Gefühle für andere Menschen zu entwickeln und soziale Kontakte zu pflegen; sexuelle Befriedigung erfahren sie in der Regel aber nur im direkten Kontakt mit einem Baum. Dabei empfinden sie das Gefühl von Rinde auf ihrer Haut und den Anblick starker Wurzeln, die sich tief ins Erdreich bohren, als erregend. Nicht selten suchen sie sich einen ganz bestimmten Baum in ihrer näheren Umgebung oder auch in einem entlegenen Waldstück aus, zu dem sie eine starke Verbundenheit spüren. Ihren Baum zu berühren und zu umarmen, gibt ihnen ein ähnlich wohliges Glücksempfinden wie anderen Menschen das Kuscheln mit ihrem menschlichen Partner. Woher diese Neigung kommt und ob sie genetisch veranlagt ist oder möglicherweise auf frühkindliche Erfahrungen zurückzuführen ist, ist noch nicht hinreichend erforscht. Oft leben Personen mit dieser sexuellen Orientierung aus Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung ihre Bedürfnisse im Verborgenen aus und tauschen im Geheimen Zärtlichkeiten mit Bäumen aus.

Baumtherapie und Baummeditation – Gesund und entspannend

Nicht immer, wenn du einem Menschen im Wald oder in einem Park begegnest, der sich gerade eng an einem Baum schmiegt, hat das etwas mit seiner sexuellen Orientierung zu tun. Möglicherweise handelt es sich um jemanden, der etwas für seine Gesundheit tun möchte. Bäumen wird eine heilende Wirkung nachgesagt. So soll der Kontakt mit einem Baum das Immunsystem stärken und Stress reduzieren. Bestimmte Baumarten sollen sogar eine heilende Wirkung auf ganz spezifische Erkrankungen und Leiden haben. Die Linde beispielsweise hilft demnach bei Liebeskummer und die Birke bei Depressionen. Und wer sich kraftlos und ausgelaugt fühlt, sollte sich eine Buche oder eine Eiche zum Kuscheln suchen. Die Baumtherapie ist ein Teilbereich der alternativen Medizin. Ihre Wirkung auf den Menschen wurde insbesondere im asiatischen Raum ausgiebig erforscht.

Bei der Baummeditation geht es darum, zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken. Dabei kann man einen Baum umarmen oder sich sitzend oder stehend an einen Baumstamm anlehnen. Der Baum sollte möglichst schon etwas älter sein und über kraftvolle Wurzeln verfügen. Zu Beginn soll man den Baum begrüßen wie einen guten Freund und behutsam Kontakt zu ihm aufnehmen, indem man mit seiner Hand den Stamm berührt. Wie genau man den für sich passenden Baum aussucht und diese Meditationstechnik wirkungsvoll anwendet, kann man in speziellen Seminaren erlernen.

Wem das jetzt zu sehr nach Hokuspokus klingt, kann ja einfach beim nächsten Waldspaziergang ganz unbeobachtet und in aller Ruhe mit einem Baum seiner Wahl auf Tuchfühlung gehen und testen, wie es sich für ihn anfühlt.

Schlaue Koalas – Baumkuscheln zur Abkühlung

Wenn du an Koalas denkst, hast du bestimmt gleich das Bild vor Augen, wie einer dieser niedlichen Fellträger sich an einen Baumstamm klammert und scheinbar verträumt den Tag genießt. Das, was nach einer ausgiebigen Ruhepause aussieht, hat aber noch einen ganz anderen Beweggrund. Koalas nutzen nämlich die kühlende Baumrinde, um ihre eigene Körpertemperatur zu regulieren. Die Temperatur der Baumrinde liegt um einige Grad unter der, der umgebenden Luft. So funktioniert die innige Umarmung des Baumes für Koalas wie eine Klimaanlage, die sie bei starker Hitze angenehm kühlt und vor Überhitzung schütz.

Bekannt ist, dass Bäume Tieren vorrangig als Futterquelle oder Zufluchtsort dienen. Vermutlich nutzen neben Koalas aber auch andere Tiere, die in besonders heißen Gebieten leben, das Baumkuscheln, um sich Abkühlung zu verschaffen. Durch ihre Äste und das Laub spenden Bäume ihnen zusätzlich dichten Schatten, der ihnen das Leben bei starker Hitze erleichtert.

Vielleicht musstest du während des Lesens unseres Artikels an der einen oder anderen Stelle ein wenig schmunzeln. Tatsächlich kann es befremdlich wirken, wenn man Menschen dabei beobachtet, wie sie Bäume umarmen, wenn man selber noch nie Berührungspunkte mit diesem Thema hatte. Dennoch musst du nicht gleich die Flucht ergreifen, wenn sich dir ein solches Szenario bietet. Schließlich sollte man Menschen nicht aufgrund ihrer persönlichen Vorlieben verurteilen, wenn sie denn niemandem schaden. Anstatt mit Unverständnis und Vorurteilen, kannst du auch mit einer gesunden Portion Neugierde reagieren. Mancher Baumliebhaber wird dir sicher gerne erklären, welche Bedeutung das Umarmen eines Baumes für ihn hat. Und wenn du selber das Bedürfnis hast, deine Arme um den Stamm eines Baumes zu legen, dann tue es einfach. Vielleicht stellt sich auch bei dir eine beruhigende und kraftspendende Wirkung ein. Ansonsten nutze deine Waldspaziergänge einfach weiter wie gewohnt dazu, um abzuschalten und dir eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. Denn, ob Baumkuschler oder nicht – schließlich geht es beim Schmusen doch immer nur um das eine: Alle Beteiligten sollen sich wohlfühlen!

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